Full text: Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)

2 NES Arbeiter-IJugend 
geworden iſt an großen Kulturwerken, was-vor uns ent- 
deckt wurde an unvergänglicher Schönheit, und was ſich 
in unſeren Tagen emporringt an neuen Formen und 
Klängen, was in uns ſelbſt lebt als die Sehnſucht und 
der Wille zu neuer LebenSgeſtaltung, das ſoll hier jeinen 
AuSdrukk finden. 
Dieſe kurze Skizzierung des Redaktionsplanes und der 
Inhalt dieſer erſten Uummer laſſen bereits erkennen, 
daß Form und Tednik der Zeitſchrift ſich zwar geändert 
haben, daß aber der Geiſt der alte geblieben iſt, der Seiſt 
unſerer ſozialiſtiſQ<en Iugendbewegung, der Geiſt des 
Sozialismus Die neue Form iſt uns nur ein 
Viittel, um den alten Zielen der „Arbeiter-Iugend“, 
Dorkämpferin und Wortführerin der ar- 
beitenden Iugend zu ſein, in verbeſſerter Form dienen zu 
können. Es kann au< gar nict anders ſein. Wir 
müſſen den alten Kampf um eine erträgliche LebenS- 
baſis der arbeitenden Iugend mit unverminderter Kraft 
weiterführen, denn die Uot unſerer Iugend iſt größer 
denn je. Wir müſſen weiter der arbeitenden Jugend den 
Weg zum Sozialismus weiſen, wir müſſen ihr das geiſtige 
Rüſtzeug für ihren Kampf um den SozialiSmus reichen, 
denn der Weg der Arbeiterjugend zu Bildung und Kultur 
führt noH< immer über die Selbſthilfe. Unſere Seit- 
ſchrift muß na< wie vor die Weckerin und KRünderin 
des Kulturwillens der jungen Generation der Arbeiter- 
ſhaft ſein; denn noFH immer ſteht die ſozialiſtiſche Be- 
wegung als eine Minderheit im Kampf um die Geſtaltung 
einer neuen Lebensform der Menſcheit. . 
So bleibt die „Arbeiter-Tugend“ aud) im neuen Ge- 
wand, was ſie biSher ſtets war und in Zukunft auch 
ſtets ſein wird, ſo lange unſer Kampf um den So- 
zialisSmus nicht ſiegreich beendet iſt: Ruferin im Streit, 
Spiegelbild der Bewegung und Rüſtkammer für die AUS- 
einänderſezungen mit den Widerſachern Unſeres Geiſtes. 
Wir- werden mit allen Kräften "bemüht ſein, dieſer 
ſchweren und großen Aufgabe in Zukunft noh beſſer ge- 
re<t zu werden als biSher. LQber unſer Bemühen wird 
nur dann mit Erfolg begleitet ſein, wenn wir die Mit - 
hilfe unſerer Leſerſ<aft erhalten. Wix 
brauchen eure Mitarbeit, ihr Jungen und Mädel im 
ganzen Reih, :in mehrfa<er Beziehung. Zunächſt inſo- 
fern, als ihr uns melden müßt, was eu< erfüllt in eurer 
Arbeit für die Bewegung und in eurem Kampf um das 
Daſein. Soll unſere Zeitſ<rift Spiegelbild des Sehnens 
und des HBoffens der jungen Arbeiterſ<aft ſein, ſoll ſie 
das geiſtige Leben der Bewegung wiedergeben, dann muß 
uns das Ceben aus tauſend Kanälen freiwilliger YUlit- 
arbeit zufließen. Wichtige Erlebniſſe aus eurem Leben, 
aus dem Ceben eurer Gruppen müßt ihr uns berichten 
in Schrift und Bild. Und wenn au nicht alles gedruckt 
erſcheint, weil die Fülle des Materials zu arvß iſt, [9 
iſt es do< niht verloren; denn jede Einzelheit bildet 
einen Teil, aus dem die Redaktion I<ließli) das Ganz? 
fügen muß. “- 
Der zweite Dienſt, den wir von euch fordern, iſt der, 
 
Agitierk! 
machen und uns die Spiße bieten zu wollen. Je mehr ſie uns Konkurrenz machen, deſto mehr ſind ſie ſelbſt 
gezwungen, die Berechtigung unſerer Forderungen anzuerkennen, unſeren Zwecfen Vorſchub zu tun und durch | 
ihre eigene Agitation die Reihen unſerer Anhänger zu vermehren. Es lebe die demokratiſche ſoziale Agitation! 
Laſſalle. 
IAT MURDUTORUNR 
Üüi HL 
daß ihre eure Zeitſchrift (eit. Die 6 Zeitſchrift hat ihren 
Zweck nicht erfüllt, wenn ſie einmal dur<blättert und 
dann wie ein illuſtriertes Blatt beiſeite gelegt wird, 
ſondern ſie will ernſthaft geleſen und verarbeitet ſein. 
Die Zeitſchrift iſt in der neuen Aufmachung ſo geſtaltet, 
daß jeder etwas findet, der Keltere und der Jüngere, 
- der Junge und das Mädel. Jedem will und kann die. 
Zeitſchrift Wegweiſer ſein in die weite Welt des So- 
zialismuS, des geiſtigen und Kulturellen Cebens unſerer 
Zeit, und wenn unſere Leſer ſie ſo anſehen, dann haben 
ſie fich und der Seitſchriff erſt in der richtigen Weiſe 
gedient. 
Das dritte aber, das wir von euch verlangen, iſt die 
Werbung für die Zeitſchrift und die Werbung für die 
Bewegung durd) die Zeitſchrift. Legt das Blatt niht bei- 
ſeite, wenn ihr es geleſen habt, ſondern gebt es dem 
Arbeitskollegen, dem Sdulkollegen, der nimQt zu uns 
gehört, damit er aus der Zeitſchrift ſehe, was wir treiben 
und wohin er gehört. Unſer Blatt iſt ni<t nur Derbands- 
organ. ES iſt das Blatt der arbeitenden 
Iugend überhaupt. Die Redaktion wird bemüht ſein, 
es ſeinem Inhalt na< zu dieſem Blatt der Arbeiterjugend 
zu machen. Ihr aber müßt dafür ſorgen, daß es jeiner 
KEuflage na< an der Spiße aller deutſchen JIugendzeit- 
ſchriften marſ<iert. Hunderttauſende gehören in unſere 
Reihen. Gewinnt ſie zunächſt für die Zeitſchrift, dann 
ſind ſie auch der Bewegung bald gewonnen. 
So wird die neue KAusgeſtaltung und die Derbreitung 
unſerer Zeitſchrift das gemeinſame Werk von Re- 
daktion und LCeſerſ<haft ſein müſſen, und wenn wir uns 
am Beginn des neuen Jahrganges gegenſeitig Eifer und 
Willigkeit geloben, dann wird der Erfolg nicht ausbleiven. 
Zum Schluß no<h ein perſönliches Wort. Wit der 
äußeren Umgeſtaltung iſt auc ein Wedſel in der Re- 
daktionsSführung eingetreten. Karl Korn, unſer alter 
Freund und JFührer, der faſt zwei Jahrzehnte hindurH 
unſere Sache dur<h dieſe Zeitſchrift in hervorragender 
Weiſe vertreten hat, iſt von der Redaktionsführung zu- . 
rückgetreten, und der Derbandsvorſtand hat mich zu- dem 
verantwortungsvollen Amt vorgeſchlagen. I<H habe mid 
zur Annahme dieſes Dorſhlags nur entſchloſſen, nachdem feſt- 
ſtand, daß Karl Korn der Zeitſchrift au<m weiterhin als - 
ſtändiger Mitarbeiter erhalten bleibt. Er wird in erſter 
Linie die Beilage „Die Arbeitsgemeinſ<aft“ redigieren, 
aber au< für die übrigen Teile der Zeitſchrift iſt ſeine 
uns unentbehrliche Vlithilfe geſichert. So iſt denn auc) 
kein Anlaß gegeben, hier große Antritts- und Abſ<ieds- 
reden anzuſchließen. Was die Zeitſchrift in Zukunft 
bieten wird, .das wird zu einem guten Teil das Ergebnis - 
gemeinſamer Arbeit ſein. Und es iſt ſihmer unſer aller . 
Meinung, daß ein fol<es Derhältnis gegenſeitiger An- 
regung und kameradſhaftlicher Zuſammenarbeit von alt 
und jung, das uns -in der ganzen Bewegung ſtets als 
"Ideal vorgeſ<webt hat, au< in der Redaktion der Zeit- 
ſchrift zu guten Crgebniſſen führen wird. E..O. 
 
 
 
Jeder Arbeiter, der ſi h der Agitation entzieht, verläßt die allgemeine Sache und die eigene 
zugleich! Je mehr ihr agitiert, deſto mehr zwingt ihr unſere Gegner, uns Konkurrenz zu 
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