Full text: Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)

KEN 
19. Jahrg. Beft 3 | 
    
Monatsſ<hrift der Sozialiſtiſchen Arbeiterjugend 
Das junge Deutſchland. 
 
 
Dreis 0,25 RUM. 
Tine Kusſtellung der deutichen Iugend in Berlin, Auguſt 1927. 
ze or Plan zur Ausſtellung „Das junge Deutſ<hland“ iſt aus 
5) fder Freizeitbewegung entſtanden, die hauptſächlich von 
DD den im ReihSausſ<huß der deutſchen Iugendverbände 
zuſammengeſc<loſſenen Bünden aller Richtungen getragen wird. 
Bei dem Kampfe um die Freizeit hat es ſi als notwendig 
erwieſen, der weiteren OeſfentlicQkeit einmal dur das Ulittel 
einer Ausſtellung darzuſtellen, wie der Ruf na<H einer aus- 
reichenden und geſicherten Freizeit berechtigt iſt angeſi<ts der 
gegenwärtigen Lage unſerer erwerbstätigen Iugend. Dieſe 
erſte große Ausſtellung der deutſmen Jugendverbände will 
ganz bewußt eine Werbeausſtellung für die Freizeit ſein und 
die öffentliche Meinung für die ſozialpolitiſmen Forderungen 
des genannten Reic<Sausſ<uſſes gewinnen. Dieſe Forde- 
rungen werden aber niht lediglih proklamiert werden, 
ſondern die auf Grund umfangreicher Erhebungen geſ<af- 
fenen Ueberblike über die Lage der Jugend innerhalb der 
gegenwärtigen Geſellſ<aft werden die Berechtigung und U9t- 
wendigkeit größerer Freizeit begründen, und Darſtellungen 
der mannigfachen, von freien und öffentlichen Trägern der 
Jugendpflege gej<affenen Einrichtungen zur Erziehung und 
Bildung jugendlicher Menſchen werden beweiſen, daß der 
Dorwurf, die Jugend wiſſe von einer größeren Freizeit 
keinen rehten Gebrau<h zu madchen, dur<aus irrig iſt. 
ES iſt einmal notwendig, dur die Kusſtellung „Das junge 
Deutſ<land“ allen Kreiſen des Dolkes, den DolkSvertre2- 
tungen und Regierungen zu zeigen, daß die Freizeitbeweagung 
der deutſ<en Iugend im Tiefſten eine Kulturbewegung 
iſt, daß der Bildungsraum und die Muße für die Jugend not- 
wendig iſt, um in unſere Rultur hineinzuwa<hſen und ſpäter 
als Staat5bürger, als Däter und Mütter, als Krbeiter aller 
Art für die Wohlfahrt unſeres Dolkes wirken zu können. 
Eben deSwegen greift die Ausſtellung über den engeren Ge- 
danken der Freizeit hinaus und bezieht die Darſtellung der 
Kulturbewegung der jungen Generation in. ihren Dlan ein. 
Der Kusſtellungsplan gliedert ſich in drei Hauptteile: All- 
gemeine Ueberſicht über die gegenwärtige Lage der Jugend 
in der GeſellſHaft und in der Wirtſchaft, die Freizeit der 
Iugend, die Kulturbewegung der jungen Generation. In dem 
erſten Abſchnitt der allgemeinen Ueberſicht werden die be- 
völkerungs- und berufspolitiſMen Iragen der Jugend 
zwiſchen 14 und 21 Jahren behandelt; hierbei ſoll eine Ueber- 
ſiHt Über |die Geſamtzahl und die berufliche Gliederung 
der erwerbstätigen Jugend und Über die Arbeits- und 
* Wohnungsverhältniſſe der Jugendlichen gegeben werden. 
Ein zweiter Abſ<Hnitt befaßt ſi; mit dem Geſundheits- 
zuſtand und der Geſundheitspflege der Jugendlichen. In 
einem dritten Abſchnitt wird verſucht werden, die Probleme 
der JIugendverwahrloſung und Jugendfürſorge darzuſtellen. 
Die Jugendverbände und die von ihnen geſ<affenen über- 
 
bündiſ<en Ausſhüſſe werden in einem vierten Abſchnitt in 
der Form von Selbſtdarſtellungen zur Shau kommen, und 
ſ<ließli<? werden in: einem fünften Teil die jJugendpflege- 
riſchen Einrichtungen und Leiſtungen des Reiches und der 
Länder, der Selbſtverwaltungskörperſ<aften und Gemeinden, 
ſowie der Rir&en, S«hulen und Organiſationen gezeigt werden. 
Kernſtück und ShHwerpunkt des Ausſtattungsplanes bildet 
der zweite Hauptabſ<nitt, der die Freizeit behandelt. Die 
Jugendverbände haben Formen und Einrichtungen zur An- 
wendung der Freizeit 'geſ<Haffen, die in ihrer ſozialpädago- 
giſ<men Wirkſamkeit und Bedeutung einmal auſgezeigt werden 
ſellen. Dieſe, der weiteren Oeffentlimkeit bis jet kaum 
bekannte Arbeit ſoll das ſittliche und pädagogiſ<e Re<t auf 
Freizeit beweiſen und Zweifel und Einwendungen gegen die 
Viöglichkeit einer fru<tbaren Anwendung der von uns ge- 
forderten Freizeit dur< die Darſtellung der bereits geleiſteten 
Erziehungsarbeit vernichten. Die Gebietsleiſtungen der Der- 
bände bei der Derwendung der Freizeit beziehen ſim au] all- 
gemeine und berufliche Fortbildung, auf Körperpflege und 
Wanderungen, auf Ferienheime, Herbergen und Iugendheimz2, 
auf Freizeiten und Kurſe aller Art. Ferner werden die von 
freien und öffentlichen Trägern geſ<affenen Yiaßnahmen für 
die erwerbsloſen Tugendlic<en behandolt werden. 
Die Gebiete, auf denen ſich der in der jungen Generation 
. lebendige Kulturwille auswirkt, werden im dritten Haupt- 
abſchnitt der Kusſtellung behandelt: Iugend und Geſellſ<haft, 
Muſik, Laienſpiel, Tanz, Literatur, bildende Kunſt, Hand- 
werkskultur, moderne WohnungsKkultur, Feſt, Film. Es ergibt 
ſi; aus der Uatur der Sade, daß hierbei vielfam Über die 
bildhafte Darſtellung hinauSgegangen werden muß zu einer 
lebendigeren Dermittlung der verſchiedenen Kulturbeſtrebungen 
dur< PDorführungen der Sing-, Tanz- und SpielſMaren und 
durch ein von der Iugend getragenes Dolksfcjt. 
Die große Aufgabe, die ſich der ReichSauSſ<muß der deutſchen 
Jugendverbände mit dieſer LAusſtellung geſtellt hat, hat es 
natürlic notwendig gemadt, neben den Iugendverbänden 
Mitträger heranzuziehen. So beteiligen ji; an der. KuS- 
ſtellung ReiH<s- und Landesminiſterien, Selbſtverwaltungs- 
körperſ<haften, ſämtliche Wohlfahrtsſpißenorganiſationen, 
eine Menge von Organiſationen, die ſi) in irgendeiner Art 
mit Iugendwohlfahrt befaſſen. Zahlreiche Fachgruppen der 
Ausſtellung ſind zurzeit am Werk, Erhebungen zu veranſtalten 
und Material zu beſchaffen für dieſe LQusſtellung, die von 
Mitte Euauſt bis Ende September 1927 im S<loß Bellevue 
zu Berlin ſtattfinden ſoll. Für die Iugendverbände ergibt 
ſi; die beſondere Pfli<t, durc; rege Mitarbeit dieſes LUS- 
ſtollungswerk mit allen Kräften zu fördern, um dadurd einem 
neuen, vielleicht entſ<eidenden Dorſtoß zur Durdſezung 
unferer Jugendſ<ußforderungen zum Siege zu verhelfen.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.