Full text: Arbeiter-Jugend - 19.1927 (19)

 
  
  
- 1. Beilage der „Arbeiter-Ingend“ 
 
ENEZENKINNUIGNESS RENEHE: 
Die „Arbeitsgemeinſchaft“ unſer „Aelterenorgan“. 
/ADzi/m dem Quffiaß der folgenden Seite legt Genoſſe Rudolf 
Abraham, der langjährige Leiter erfolgreicher Arbeits- . 
-2 gemeinſ<aften der Berliner Arbeiterjugend, auf Grund 
ſeiner Erfahrungen Weſen und Ziel jener 
immer mehr gepflegten Einrichtungen unſerer Bildungsarbeit 
dar, die wir „Arbeitsgemeinſ<aften“ nennen. YVlit Redt 
'<harokteriſiert Abraham die geiſtige Arbeit, die in dieſen 
engeren Kreiſen unſerer älteren Iugendgenoſſen. unter ſa<- 
verſtändiger Oeitung geleiſtet wird, als die Krönung unjerer 
geſamten Iugendbildungsbeſtrebungen. Wenn darum die neu- 
geſ<affene Beilage unſerer Seitſ<rift in ihrem Sondertitel 
ſic) unter dasſelbe Zeichen der Arbeitsgemeinſchaft ſtellt, jo 
deutet ſie ſHon dur<* ihre Benennung an, daß ſie an ihrem 
Teil literariſ< dieſelbe gründliche, hohwertige Bildungs- 
arbeit zu leiſten: gewillt iſt, wie jene Gipfelkurſg unjeres 
Bildungswsoſens. -- - 
Uaturgemäß wendet ſich die neue Beilage genau wie die be- 
ſtehenden Arbeitsgemeinſ<aften in erſter Linie an die älteren 
Jugendgenojſen, an all jene Mitglieder unſeres Derbandos, die - 
dieſem bereits längere Seit angehören, und die ſich durc 
eifrige Teilnahme an unſeren allgemeinen Bildungseinrich- 
tungen und dur< vigenes Streben ſhon einige Dorkenntniſſe 
guf den WiſſensSgebieten angeoeignet haben, die in ihrer Ge- 
ſamtheit das unten umriſſene Bildungsprogramm unſeres 
Derbandes ausmadjen. Zu einer ſolhen beſonderen Berück- 
ſichtigung unſerer älteren Mitglieder iſt das DerbandSorgan 
aber in der neuerlichen Entwic>lungsphaſe unſerer Organi- 
ſation geradezu gezwungen, denn mit der Erhöhung dor 
AlterSgrenze, die der Derband auf ſeiner leßten Rei<S- 
Konferenz beſ<loſſen hat, und die ohne Sweifel die Billigung 
der Parteiinſtanzen finden wird, wird die Zahl und der Ein- 
fluß der älteren Iugendgenoſſen: in unſerer Mitgliedſc<aft 
ſicer einen beträchtlichen Suwa<hs erfahren. Dieſen älteren 
Gonoſien und Genoſſinnen muß in beſonderen Einrichtungen 
die Ulöglic<keit geboten werden, ſic) innerhalb unſerer Orga- 
niſation die Shulung des Geiſtes und des Charakters anZU- 
eignen, ſic) die Befriedigung ihres Wiſſens und Bildungs- 
ſtrebens zu verſchaffen, die in ihrem LQebensplan als KUS- 
rüſtung des künftigen Vlitkämpfers. im politiſchen und wirt- 
ſchaftlichen Befreiungskampf der Arbeiterklaſſe mit Recht vine 
ſo wichtige Rolle ſpielen. 
Durd) jeine Umgeſtaltung und Erweiterung ſucht das Der- 
bandsorgan, unſere Zeitſ<rift „Arbeiter-Iugend“, ſoweit es an 
ihm liegt, dieſen: neuen Kuſgaben gerecht zu werden. Damit 
iſt zugleich dem in unſeren Reihen vielfac) geäußerten Wunſch 
entſpro<ßen, daß für die jüngeren und älteren Mitglicdor 
unſeres Derbandes geſonderte Organe geſchaffen werden 
mödten, und es iſt dieſem Wunſc< in einer Form entſprochen 
worden, die alle Uachteile, welche mit einer ſolh<en Zerreißung 
der DerbandszeitſQrift in zwei Sonderorgane naturgemäß 
verbunden wären, glücklich vermeidet und doh der unzweifel- 
haft berechtigten Kbſicht jenes Wunſc<es entſpri<t. Die 
„ErbeitSsgemeinſchaft“ iſt dieſes Keolterenorgan, aber ſie - iſt 
es im Rahmen der Derbandszeitſhrift, in feſter, organiſatori- 
ſ<er Derbindung mit den allgemeinen Bildungszielen des Ge- 
ſamtverbandes. 
neuerdings 
Damit iſt geſagt, daß dieſe Sonderabteilung unſeres Organs 
ſic? niht damit begnügen wird, den beſtehenden QKrbeoits- 
gemeinſ<aften, deren Teilnehmer au< unter den älteren, 
geiſtig reifſten Mitgliedern unſeres Derbandes nur einen 
Bruchteil ausmuügen, Vlaterial für ihre beſondere Tätigkeit zu 
liefern, vielmehr faßt die neue Beilage den Geſamtverband 
als eine große Arbeitsgemeinſ<aft auf, der anzugehören in 
erſter Linie die älteren Iugendgenoſien und -genofjinnen, etwa 
vom 17. Lebensjahr aufwärts, als ihre ſtolze PfliHt und 
Ehrenſache zu betra<ten haben, aus der jim aber au<h die 
jüngeren Genoſſen, die es zu geſteigerten geiſtigen Rraft- 
anſtrengungen lo>t, nict ausgeſ<loſten jühlen ſollen. 
Aus dieſer ibrer Beſtimmung ergibt ſiH ohne weiteres, daß 
d2x Stoff, den dieſe Beilage verarbeitet, zum Teil hohe geiſtige 
Anforderungen an den Leſer ſtellen wird. Daß er in der Form 
den Genoſſen nict unnötige Guälereien zumutet, jontorn 
dur<weg bei gediegenem Gehalt -- wofür die Auswabl der 
Mitarbeiter garantieren foll -- in allgemeinverſiändlik<or, 
au< jüngeren Leſern zugänglicher Aufmachung dargeboten 
wird: auf die Innehaltung dieſer, für ein Organ junger &8r- 
beiter ſelbſtverſtändliche DorausSſegzung wird die Redaktion 
bemüht ſein, fergfam zu achten. 
Im Übrigen det ſich, wie bereits exwähnt, das RedaktionS- 
programm der Beilage mit dem ſozialijtiſG<en Biidungs- 
programm unſev2s Derbandes. Es ſollen alfo alle jene 
Wiſſensgebiete herangezogen werden, die die Grundlage des 
Sozialismus bilden, des Sozialismus einerſeits als wirtj<sft- 
lihes und politiſ&es Geſellſ<afisſyſtem, andererſeits als 
Kulturbewegung und als Weltanſ<auung. Wie allgemein in 
dor Bildungsarbeit unſeres Derbandes ſoll au< in der DSeit- 
ſchrift des Derxbandes, und beſonders in dieſer beſonderen Kb- 
teilung der Zeitſ<rift, dem jungen QKrbeiter, der jungen 
Arbeiterin, die wiſſenſ<aftliche und etbiſae S<tulung Ber- 
mittelt werden, die. ſie inſtand ſeht, dexeinſt in der Emanzi- 
pationsbewegung ihrer Klaſſe in vorderſter Iront der Partei 
wie der Eewerkſ<aft als tüchtige Uitkämpfer ihrs? Shuldig- 
keit zu tun. Die Theorie des wiſſenſ<afilicen SozialiSsmuSs, 
die Grundzüge der Dolkswirtſ<aftslehre, die Ceſmicmte der 
Arbeiterbewegung und ihrer großen Führer werden natur- 
gemäß das breite Fundament unſeres ſozialiſtiſc&en Cr- 
konntnisſtrebens zu bilden haben. Ebenſo wichtig ſür die 
Ziels, die wir uns ceſtoKt haber, iſt die Herausarbeitung ber 
Aufgaben, die. von dieſer grundſäßli&en ſozialiſtiſ>en Pfatt- 
form aus der Arbeiterklaſſe in ihrer gegenwärtigen, Hijtori- 
ſchen Situation zufallen, vor allem die Derſtändigung Über 
unſere Einſtellung zu der beſtehenden Staatsform, der demo- 
kratiſq<en Republik. Aber der junge Arbeiter iſt niMt nur 
Sozialiſt und Republikaner, nict nur StaaiSbürgor und 
Klaſſenkämpfer -- er ſteht au< als Lebeweſen in dem großen 
Zuſammenhang des Uaturganzen und will als moderner 
WMienſ< über. die hervorragenden Errungenſ<aften orientiort 
ſein, die die zeitgenöſſiſche Wiſſenſ<aft auf dem Gebiete dor 
TWaturerkenntnis, beſonders der Entwicklungslehre, zu ver- 
zeihnen hat. Die „Arbeitsgemeinſ<aft“ wird alſo, wieder 
entſprehßend unſerem allgemeinen Bildungsprogramm, aud) 
die Uaturwiſſenſc<haften,. vor allem die Biologie, die Wiſſen- 
ſ<aft vom Leben, und die Anthropologie, die WijſenſmQaft vom
	        

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