Full text: Arbeiter-Jugend - 20.1928 (20)

 
 
 
 
 
 
 
20. Jahrg. / Heft 9 
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Cay, Irtmund! Uun ſteht der Uame dieſer nüchternen weſt- 
. | gfäliſchen Induſtrieſtadt mit ſtarkem, eigenem Klang in 
zy der Reihe unſerex Tagungsorte. Jür mehr als 
zwanzigtauſend junge Arbeiter und Arbeiterinnen aus dem 
ganzen Reich umſchließt er die Erinnerung an das herrlich? 
Gomeinſhaftserlebnis des 5. Deutſchen Arbeiterjugendtages, 
und je mehr wir uns im Caufe der Wochen von jenen trüben, 
regneriſchen Tagen entfernen, deſto ſtärker kling2n di2 Höh2?2- 
punkte des Dortmunder Erlebniſſes in uns nach. Dor unſerem 
Ar32 ſteht das unvergeßlic<e Bild der Eröffnungsfeier in der 
ricjigen Weſtfalenhalle. Kopf 
an Kopf ſißen die Tauſende 
in drangvoller Enge, und 
draußen rücken no<h immer 
neue Scharen an. Zwanzig- 
tauſend und mehr, und alle 
Berzen ſc<lagen in einem 
Takt. Sehnſucht und Wollen 
junger Sozialiſten wird hier 
lebendig im Feſtſpiel von Karl 
Bröger. Stärker und ſtärker 
erfüllt der Rhythmus des 
Spiels den Raum. Weit hin- 
ten bricht Jugend auf. ?ind 
dann marſc<ieren die Fahnen. 
Fahnen, rote Fahnen ohne 
Zahl, drängen zum Licht, die 
Bühne kann ſie nicht faſſen, 
ſchließlich reicht die rote Flut 
von der Böhe des JFörder- 
turms bis weit hinein in die 
Waſſe der Iugend. Der Kreis 
iſt geſ<loſſen, und gewaltig klingt es auf aus zwanzigtauſend 
jungen Menſc<enherzen wie ein heiliger Shwur: „Brüder, in 
eins nun die Hände....“ 
Was tuts, daß am Abend weite Wege das Lokt2 an Kraft 
und Anſpannung fordern, daß am Sonntagmorgen ein grau- 
verhangener Bimmel mit endloſem Regen uns empfängt. Wir 
marſ<ieren. Geſtern vereint zur einzigartigen ſozialiſti- 
ſchen Maſſenfeier, heute einig im Willen zum Kampf für das 
dort geſ<aute Ziel. In zwei mädtigen Zügen rückt die 
Jugend in die prächtige Kampfbahn „Rote Erde“, immer von 
neuem begrüßt vom Beifall der erwachſenen Arbeiter Weſt- 
falens. Gruppe reiht ſih an Gruppe, tauſend an tauſend, 
ein ſtolzes Meer junger Sozialiſten ſteht hier Mann an Ylann, 
und während ein neuer Gewitterregen niederpraſſelt, ziehen 
die Fahnen ein. Wieder Fahne an Fahn2 im leuchtenden 
Rot, ein endloſer Zug: Das iſt die junge Garde des Prole- 
 
Die rote Fahne voran! 
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Berlin, 1. September 1928 | 
Gelöbnis der Jugend. 
der Siebzigtauſend der großen Internationale der ſozialiſti- 
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Gelöbnis. 
Wir Arbeiterjugend aus Stadt und Land, 
Wir folgen der roten Fahne! 
Thr wollen wir freu ſein! 
Wir wollen lernen für den Kampf der Arbeiter! 
Wir wollen kämpfen für den Sieg der Arbeiter! 
So wo?en wir alle, Mann für Mann, 
Der roten Zukunft entgegen. 
Geſprochen auf dem 5. Reichsjugendtag von den Teilnehmern des Queller 
Zelflagers als Aniwort der Jungen auf die Rede des Genoſſen Severing. 
Wowa" Youw Wau" Kop" Wou» Moa" Noay/" Kora" Koda" Wor" Wor" War 
IS 0,25 RM. 
Wir Iungen wollen rote Sahnen tragen! 
tariats. Karl Severing ruft auf zur großen S<lamt am 
Birkenbaum. Wir rüſten uns, wir ſind bereit, das iſt das 
Und dann entbietet die Kundgobung 
ſchen Arbeiterbewegung ihren Gruß: „Wir geloben der inter- 
nationalen Arbeiterbewegung unenſ<ütterlihe Treue“. Eine 
Stafette deutſ<er und belgiſcher Arbeiterſporiler trägt das 
Pergament in eiligem Lauf dur< die Lande zum Parlament 
der Arbeit in Brüſſel. Vlächtig hallen die Derſe der „Inter- 
nationale“ über die Diaſſen. Ein großer Tag iſt zu Ende. 
UÜun wiſſen wir es wieder 
ganz gewiß, bis hinab zur 
kleinjten OrtsSgruppe, die 
ihre Sendboten na< Dort- 
mund ſ<ic>te: die Bewegung 
lebt. Ina, ſie iſt machtvoller 
und kräftiger denn je. UaH 
Dortmund zogen uns nidht die 
Reize des mittelalterli<en 
Dürnberg, naG Dortmund 3og 
uns nicht der mächtige Rhyth- 
mus der Weltjtadt Hamburg, 
aber dennod< ſind ſie alle ge- 
kommen. Ein Drittel der 
Mitgliedſ<maft des Derbandes 
iſt in Dortmund aufmarſc<iert, 
ſie kamen, getrieben von der 
großen ſozialiſtiſchen Idee, die 
ſie am Werktag bewegt, und 
die nun hier ſimtbar wurde 
in wuchtigen Feiern und De2- 
| monſtrationen. Das iſt das 
Größte dieſer Tagung, daß ſie von neuem Zeugnis ablegte 
von dem hohen Idealismus derer, die aus der Tiefe kommen. 
„Rote Jugend auf der roten Erde.“ Unter dieſer Darol? 
hat die Leitung des Derbandes zum Dortmunder Jugendtag 
aufgerufen, und unter dieſer Loſung wird er in die Geſ<i<hte 
der Bewegung eingehen, denn die Jugend, die in Dortmund 
zuſammentraf, hat den Bli feſt auf das Siel gerichtet, auſ 
das kommende ſozialiſtiſche Rei. ES hat links und red<ts 
von uns Staunen und Befremden ausgelöſt, daß wir in Dort- 
mund unter roten Fahnen aufmarſhierten. Uun, die Geognor 
werden ſic) damit au< in Zukunft abfinden müſſen. Sozia- 
liſtiſq<Ge Iugend will den SozialisSmus, will auf dem Weg der 
Republik und der Demokratie voran zum ſozialiſtiſm<en Rei, 
und das Symbol dieſer Sehnſucht, dieſes Kampfes iſt das 
rote Banner. Solange es galt, die neue Staatsform, die 
Republik zu verteidigen und zu erhalten, ſtand dieſer Kampf 
C/Nurrr" Nouru»" Kuda" Korr" Moa" Woog" Kura" Morra" oa 
 

	        
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