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20. aue . Heft 1 10
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Wir wollen wecken,
Gra, 27 Sieg des SozialisSmus kann mur der Sieg einer
7 | Miehrheit des Dolkes ſein. ES widerſpricht dem Weſen
nE 0iner ausbeutungsfreien und Rlajjenloſen, d. hb. einer
ſozialiſtiſchen Geſellſ<aft, daß in ihr eine Minderheit, geſtüßt
'auf Gummiknüppel und Bajonette, die Herrihaft auSüben
Könnte. Diktaturen -- ganz gleich, von welchen Schichten ſie
gauc< getragen werden -- ſind immer unſozialiſtiſch, weil jie
Zwang und Unterdrükung im Gefolge haben. Die deutſc<2
BKrbeiterbewegung iſt im Kampf gegen die Herrſ<aft einer
Ylinderheit groß und mächtig geworden. Sie ſtritt niht
gegen das ſäbelrajſelnde Monar<entum mit der Abſicht, na<h
ſeinem Sturz mit gleichen Wlitteln zu regieren. Dor zehn
Jahren verbrannte in der Revolutionslohe das hHalbfewdale
Kaiſerreih. Die ſozialdemokratiſ<men DolkSbeauftragten
nahmen das Staatsſteuer in ſeſte Hände. ES wird der Sozial-
demokratie immer zum Ruhm angerechnet werden, daß jie
damals nic<t die Herrſchaft einer Minderheit aufrichtete,
ſondern dur< die Wahlen zur verfaſſunggebenden Uational-
verſammlung das Dolk zum Lenker ſeiner Geſhi>e madte.
Das Werk des erſten Parlaments in der Republik iſt die
Reihsverfaſſung von Weimar, deren zweiter Saß ſtolz und
zukunftverheißend lautet: „Die Staatsgewalt geht vom
Dolke aus.“
Die Mehrheit des DolkesS für den SozialiS-
mus zu gewinnen, iſt immer die Coſung der ſozialiſti-
ſj<en Bewegung geweſen. Dor ſehSeinhalb Tahrzehnton rief
Ferdinand Laſſalle, der Begründer der deutſchen Sozial-
demokratie, den QArbeitern zu: „Kgitiert! Jeder Arbeiter,
der ſich der QAgitation entzieht, verläßt die allgemeine Sache
und die eigene zugleich!“ Dur< umfaſſende, nie erlahmende
Agitation iſt der Gedanke des völkerbefreienden SozialiSmus
in immer größere Kreiſe getragen worden. In Stadt und Dorf
ſind die Proletarier in immer wachſenden Scharen unter die
roten Fahnen geeilt. Beim Tode Laſſalles zählte der Kll-
gemeine Deutſ<e KAKrbeiterverein, der direkte Dorläufer der
Sozialdemokratiſ<en Dartei, einige tauſend VBlitglieder.
Deute gibt es eine Million organiſierter Sozialdemokraten;
die freien Gewerkſ<aften haben rund fünf Millionen Män-
ner und Frauen in ihren Reihen; in QLrbeiterſport- und
ſozialiſtiſchen Rulturverbänden ſind Hunderttauſende organi-
ſiert. Die Plac<ht der modernen Arbeiterbewegung beruht vor
allem auf ihrer zahlenmäßigen Stärke. Uicht nur in ihrem
Cande, ſondern au<h international iſt die Arbeiterbewegung
eine Macht. Im Auguſt war in Brüſſel der Kongreß der
SozialiſtiſmMen Arbeiterinternationale. Die ganze Welt nahm
Anteil an ſeinen Derhandlungen. LHuc< die Krbeiterjugend
iſt international. Im Oktober werden in allen Kulturländern
Berlin, 1 1. . Oktober 1 1928
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wir wollen werben!
am internationalen JTJugendtag junge Arbeitrr
ihre Derbundenheit aufs neue bekräftigen.
Sgitiert! Das iſt au?) die Loſung der ſozialiſti-
ſh<men JIJugendbewegung. Die ITugend in unſre
Arbeiterjugendvereine zu holen, iſt ein Kampf gegen die
kapitaliſtiſmGe Klaſſe. Wir müſſen uns. dur; umfaſſende
Agitation und Aufklärung die arbeitende Iugend ſichern;
wir müſſen die Bemühungen der bürgerlichen und kirchlichen
Kreiſe, ſie für ihre Zwecke zu gewinnen, illuſoriſm; maden.
Das wird und muß uns gelingen, wenn jeder Genoſſe, jede
Genojjin ihre Pflicht und Schuldigkeit tun, wenn ſie ſim über-
all und zu jeder Zeit als rot2 Werber fühlen und betätigen.
Werbezeit iſt immer! Zu jeder Stunde bietet ſich am Shraub-
jto<, an der Drehbank, . im Kontor Gelegenheit, die jungen
Diitarbeiter von der Hotwendigkeit des Zuſammenſc<luſſes
aller Shaffenden zu Üüb2rzeugen. Aber alle Arbeit bedarf
der Höhepunkte; jo iſt für unſeren Derband in Gemeinſ<aſft
mit der Sozialdemokratiſjh2n Partei eine beſondere Werbe-
woche vom 21. bis 28. Oktober feſtgeſest worden. Dieſe
Herbſtwerbewohe iſt von hoher Bedeutung. Sie beginnt
mit dem Gedenken an eine der ſ<mählichſten Epiſoden des
kaiſerlichen Regimes, die aber zuglei? au< das Helden-
zeitalter des SozialiSmuSsS iſt. Dor fünfzig Iahren, am 21]. OR-
tober 1878, trat unter Ceitung des „eiſernen Kanzlers“ BiS-
mar&> das „Geſes zur Bekämpfung der gemeingefährli<en
Beſtrebungen der Sozialdemokratie“, kurz das Sozialiſten-
geſeß genannt, in Kraft. Die Arbeiterjugend verehrt mit
heißem Berzen die Männer und Frauen, die vor fünfzig
Jahren, allen Derfolgungen zum Troß, die roten Banner ho<H-
gehalten und dur< ihren unbezwinglichen Opfermut geſiegt
haben über alle Polizei- und StaatSsanwaltsSmädchte. Im An-
denken an die Sozialiſtenverfolgungen müſſen wir uns P2r-
pflichtet fühlen, das Licht einer neuen Zeit bis in die dunkol-
ſten EKen zu tragen, müſſen wir weitere Tauſende Iung-
arbeiter als „Mitſtreiter für die Same der Menſc<heits-
befreiung gewinnen.
UÜUie war die ſozialiſtiſjſ<me Werbearbeit ſo
leicht wie 1e8t. Geht dur<h die Städte! In engen, wink-
ligen und ſtinkigen Straßen gloßt von all den grauen, feu<-
ten Wänden der Miet- und Lagerhäuſer die Uot. Aus Kleinen
Fenſtern ſchauen bleihe Frauen mit verloſmenen Augen. In
Giebelſhä<hten mühen ſich ſkrofſulöſe Rinder umſonſt, cin paar
Sonnenſtrahlen zu erhaſchen. Das iſt das Goſicht der kKaiſor-
lihen Dorkricegszeit; das ſind die Zeichen eines ſeelenloſen
AusSbeutertums; in dieſen Straßen ſchwingt der Göße Uam-
mon ſeine S<windſu<tspeitſ<e. -- An den Rändern vieler
Städte ſieht es anders aus. Hier ſind breite Straßen mit
Bäumen; hier ſind Grünflä<ßen mit bunten Blumen. Sdclidtte