damals der Bruder des Berliner SA.-
Führers Hauptmann Stennes. |
Unsere SA.-Arbeitsgemeinschaft fog
nun auseinander. - Ekel erfaßte uns vor
dieser Bewegung, in der Solche Taten
möglich waren. Nach innerem Kampf
kam ich. von dem verfälschten Sozialis-
mus der Grafen und Rittergutsbesitzer zu
dem Sozialismus der Armen, für den ich
in der Sozialistisechen Arbeiterjugend
kämpfe. .
August Möller. Rehna in MeddJenburg.
Der Nazibetrug an der Jugend
Die nationalsozialisticche Agitation
wendet Sich besonders gern an die Ju-
gend. Die bürgerliche Jugend ist den
Lockungen der Nazis fast restios erlegen.
Nun Soll die Arbeiterjugend bearbeitet
werden. Wir mügsgen, ;
Rücksicht auf den Wahlkampf, den
Gegenangriff überall beginnen. Material
über das Wesen und die Ziele der Hitler-
Jugend enthält eine RededispoSsi-
tion „Was ist und was will die Hitler-
Jugend?“, die zum Preise von 5 Pf. von
'ungerem Buch- und Warenvertrieb, Ber»
lin SW 61, Belle-Alliance-Platz 8, bezogen
“werden kann.
Nazimeister
jäßt 74 Stunden arbeiten -
In Sambleben, einem Dorf
bei Schöppenstedt in Braun
SCh weig, wohnt ein Schneidermeister,
der Mitglied der NSDAP. ist.
Meister beschäftigt einen Gesgellen, der
bei ihm am 1. April d. J. auslernte. Als
Bedingung für weitere
verlangte der Meister, daß der- Geselle
Mitglied der Hitler-Jugend werden
müsse. Unter dem Druck der Erwerbs-
loSigkeit ging der Geselle darauf ein.
Dieser Hitler-Junge erfährt nun die Seg»
nungen des Dritten Reiches Schon jetzt
am eigenen Leibe. Und Sie Sehen So aus:
Der junge. Geselle muß bei Seinem Pg.»
Meister von morgens 6 Uhr bis abends
7 Uhr arbeiten ohne richtige Früh
Stücks« und Mittagspausen. Er bekommt
kaum Zeit, Sein ESssen hinunterzuwürgen.
Am Sonntag muß er Stiefel putzen und
die Werkstätte aufräumen, wozu er über
zwei oStunden gebraucht. Die wöchent
liche Arbeitszeit für diesen Hitler-Jungen
im Betrieb eines nationalsozialistischen -
Schneidermeisters beträgt also 74 (in
besonders mit
eine
'Stung und
ganz bestimmte Lebensgüter war.
Der
Beschäftigung
Worten: vierundsiebzig) Stunden! Als
Lohn dafür erhält der Geselle die fürst-
liche Summe von Sage und Schreibe 2,50
Gweieinehalbe) Mk.! Dazu kommt
freilich der Monatsbeitrag für die Hit-
ler-Jugend in Höhe von 1,20 Mk., den
der Meister bezahlt.
Diese Schmachvolle Ausbeutung der
Notlage eines jungen Arbeiters durch
einen Nazimeister paßt ganz und gar zu
den Arbeits- und Lohnautfas-
SUNngen der nationalSozia»
lisStisSschen Führer. Am 10. Mai hat
der Naziabgeordnete Gregor Straßer im
Reichstag eine lange Rede gehalten, die
als das Wirtschafts- und Sozialprogramm
der Nationalsozialisten zu betrachten iSt.
Straßer führte unter anderem aus: „Ich
wünsche mir die Zeiten zurück, in denen
in Bayern nicht das Geld, Sondern das
Maß Bier ein Wertmesser für
bestimmte Arbeitslei-
im weiteren Verlauf für
Ich
Sehe die unerhörten Schwierigkeiten der
heutigen Tarifbesprechungen darin, daß
der Staat keine Möglichkeit hat, das
Lohnproblem von Solch einem Wert-
mesSSer, von Solch einer „Scheidemünze
anzupacken.
Straßer will die Arbeitsleistung und
andere bestimmte Lebensgüter mit dem
Biermaß messen. Er will an Stelle
der Goldwährung die Bier-
währung einführen. Auf diese Weise
hofft er der „Schwierigkeiten der heu“
tigen Tarifbesprechungen Herr zu wer“
den. Das Biermaß Soll bestimmen, wie
hoch der Lohn, wie lang der Arbeitstag,
wie lang die Ferien Sein Sollen. Das Maß
Bier Soll Arbeiter und Unternehmer zu
einer engen VYVolksgemeinschaft ver
binden! |
So Sieht das Wirtschafts- und Sozial»
programm der Nazipartei aus. Und die-
Ser Gesellschaft laufen noch Arbeiter
nach! Das ist das Undbegreiflichste un«
Serer Zeit.
Wenn einer Arbeit bekommt
„.-.. Zum Schluß möchte ich Dir von
einem großen Glück berichten, das mir
widerfahren ist. In einer Zeit, wo immer
wieder Fabriken geschlossen werden, hat
der Betrieb, in dem ich beschäftigt war,
Seine Pforten wieder geöffnet und in
14 Tagen habe ich wieder Arbeit. So ein
Wunder, was! Hoffentlich dauert die Be
Schäftigung mindestens ein halbes Jahr,
damit ich wenigstens dann wieder Unter
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