Full text: Jahrbuch des Vereins für Wissenschaftliche Pädagogik. Erläuterungen zum Jahrbuch des Vereins für Wissenschaftliche Pädagogik - 1896 (1897) (28)

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mehr thun können, denn nach der verhältnismässig kurzen Er- 
fahrung, die ich da gemacht habe, lässt Sich Grosses durch Sie 
erreichen. Ich Schliegse mit dem Wungcehs, dass auch in Sachgen 
etwas mehr Wärme und Hingabe für ungere Sache gich zeigs. 
Hierauf wird über die Thätigkeit in den Lokal- und Bezirks- 
vereinen Bericht erstattet. In Magdeburg waren Herbarts Brief 
über die Anwendurig der Psychologie auf Pädagogik geit einem 
Jahre Gegenstand Beissiger Lektüre und Mittelpunkt vielseitiger 
Betrachtungen; in Jena wurden die Brhebungen von Kräpelin 
und Richter über Fähigkeit und Ermüdung der Kinder, und 
ausserdem Fragen der Sociologie und des Evolnationiemus Vver- 
handelt; im Mansfelder Bezirke wurden Herbarts Ethilk und 
Schriften zur Einführung in die Ethik besprochen; in Annaberg 
besteht ein Herbartkränzechen für Lektüre anch grundlegender 
Philogophischer Schriften, eins freie Konferenz für methodigeche 
Darbietungen und aussgerdem waren dortige Yereinsmitglieder 
auch in Bezirkslehreryereinen hervorragend thätig; im Wiener 
Lokalyerein nahm die Begschäftigung mit Schriften, welche 
an üÖSsterreichischen Lehrerseminarien zur Einführung in die 
Pädagogik und Psychologie verwendet werden, die längste Zeit 
in Anspruch, und in Auerbach ist nach einer Unterbrechung 
der pädagogischen Verhandlungen ein neuer pädagogigecher 
Verein gegründet worden, Bndlich wurde auf Grund brieflicher 
Mittellungen berichtet, dass in Hermanznstadt in Siebenbürgen 
Capesius die pädagogische Leitung der Übungsschule über- 
nommen habs, dass in Nürnberg die Reform des Religions- 
unterrichts durch Starck angeregt und in Fluss gebracht 
worden gei und dass man in Chemnitz über physiologische 
Psychologie verhandelt und keine Ursache gefunden hatte, Sich 
von Herbart abzuwenden. 
11, WiSSenschaftiliche Verhandlungen. 
Dienstag früh 8 Uhr, 
1. Zillig, Zur Frage dles Lehrplans, 
Yor Beginn der Verhandlungen wird die Versammlung noch 
vom Herrn Schuldirektor Stopp im Auftrage der Stadtschul- 
verwaltung auf das freundlichste begrügst. 
Vorgitzender. Zilligs Arbeit bildet die Fortgetzung geiner 
vorjährigen Abhandlung. Es wird die ethische Abhängigkeit der 
Lehrfächer und demgemäss 1. das Verhältnis der Gesinnungs- 
und Erkenntnisfächer, 2. die Stellung des Religionsunterrichts, 
3. der Geschichtsunterricht und 4. die geschmackbildenden Fächer 
behandelt. Es ist also die Frage der Anordnung der Fächer, 
welche hier erörtert wird. In der Lehrplantheorie handelt 8es 
glich aber um drei Fragen: 1, Auswahl, 2. Anordnung, 3. Auf- 
einanderfolge der Fächer. Da nun die erste Frage hier über- 
gangen wurde, möchte ich ein paar Bemerkungen hinzufügen,
	        
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