Full text: Der Deutsche Schulbote - 3. 1844 (3)

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T. Das ErziehungSinstitut in Metten. 
Am linken Ufer der Donau, am Fuße des bayerischen Waldes, sieben 
Stunden unterhalb Straubing, liegt in einer höchst malerischen Gegend 
die Benedictinerabtei Metten. Von Karl dem Großen gestiftet, hatte 
sie im Laufe der Zeiten verschiedenartige Schicksale, und wurde 1805 durch 
die Secularisation aufgehoben. Allein l8zo restaurirt, errichtete sie 18ZZ 
ein Institut, welches bereits in einem blühenden Zustande sich befindet. 
Es sind Heuer beiläufig 110 Zöglinge in beiden Seminarien. Besonders 
hat das zweite Seminar wegen seiner Wohlfeilheit (nur 80 fl. jährlich 
starken Zudrang. Die Einrichtung, daß nur Geistliche und sonst Nie 
mand in den Museen, bei den Spaziergängen, und auch sonst überall 
die Aufsicht führen, wirkt sehr vortheilhaft auf die Zöglinge ein; denn 
wie oft ist es nicht der Fall, daß in Anstalten, wo die Sitte herrscht, 
den (gewöhnlich nur dem Leibe nach) größern Schülern theilweise die 
Ueberwachung der jüngern anzuvertrauen, letztere von jenen auf jede mög 
liche Art chikanirt werden? Und dann machen die Lehren derjenigen, welche 
immer um die Knaben und Kinder sind, alle ihre Anliegen wissen, und 
sie auf's freundlichste behandeln, wie dieses zu Metten geschieht, 
weit größern Eindruck auf das jugendliche Herz, als wenn die Vorstände 
sich nie anders, als mit strenger Miene und dem Stocke zeigen. Daher 
auch die Anhänglichkeit, die Liebe und Zuneigung der Zöglinge zu den 
Vorständen, welchen cs darum zu thun ist, ihre Zöglinge zu gottesfürch- 
tigen und gemüthvollen Menschen, und nicht zu bloßen Verstandesmenschen 
im Sinne des Rationalismus unserer Tage heranzubilden. Aber nicht 
weniger als für die religiöse und wissenschaftliche Ausbildung, wird auch 
für die physische gesorgt. Durch tägliches Spazierengehen im Sommer und 
erlaubt es die Witterung, auch im Winter, sucht man die Gesundheit und 
das Wachsthum zu befördern, besonders, indem man fast immer bergige 
Gegenden wählt. Durch gesellschaftliche Spiele wird die Heiterkeit auf dke-- 
sen Ausflügen vermehrt und unterhalten. Ein Theil der Freizeit wird auch 
mit gymnastischen Uebungen im Hofe oder im Klostergarten zugebracht, so 
daß die Schwächlichen gestärkt und besonders Brustleidende gebessert wer 
den. Ist ein Zögling etwa krank geworden, so wird sogleich auf's liebvollste 
für ihn gesorgt. 
Demnach fehlt es zu Metten in keinem Betrachte, und die Eltern, 
welche ihre Söhne dem Institute übergeben, werden ihr Vertrauen durch 
den Erfolg belohnt sehen. (Reg. Z.) 
r. Die Wurst'schen Lehrbücher aus den Schulen Badens 
entfernt. 
Baden, im Febr. Der Großherzogl. katholische Oberkirchenrath 
hat an die Bezirksschulvisitatoren vor Kurzem eine Verfügung erlassen, 
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