Full text: Der Deutsche Schulbote - 7. 1848 (7)

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Jemehr die Gewerdvereine die einsichtsvollen Mitglieder des Ge- 
werbstandes, sowie überhaupt Gewerbfreunde ihre Kräfte vereinigen, 
um auf eine zweckmäßige Einrichtung der Handwerksschulen hinzuwirken, 
desto zahlreicher wird aus diesen Anstalten ein nachwachsendes Geschlecht 
hervorgehen, welches, mit den Fortschritten anderer Länder gleichen Schritt 
haltend, den Kampf mit der Konkurrenz zu bestehen und durch eigene 
Kraft sich zu helfen weiß. 
Au einer solchen bessern Organisation der Handwerksschulen ist der 
kgl. Studienrath jederzeit bereit, Wünsche und Anträge Sachverständiger 
entgegenzunehmen und auch seiner Seits auf jede Weise möglichst mit 
zuwirken. — Stuttgart, den 18. März ms. 
Kgl. Studienrath Knapp. 
3. Der neue Studienplan von Oesterreich. 
Innsbruck, km September. Eine neue Aera muß jetzt anbrechen! 
Der neue Studtenplan für Oesterreich enthält so viele Fächer und Dinge, 
die künftig zur Seligkeit nöthig sind, daß einem davor das Sehen und 
Hören möchte vergehen. Hören sie, was man schon in der Volksschule 
— also auch auf dem Lande — wissen muß: l) Religion und Moral 
(seit wann etwa die Moral von der Religion getrennt worden ist? — 
es scheint, seitdem der Reichstag in Wien Gesetze macht). 2) Lesen, 
Schreiben, Rechnen, z) Die Muttersprache bis zum fertigen, münd 
lichen und schriftlichen Ausdrucke, ii) Populäre Natur-, Menschen- und 
insbesondere Vaterlandskunde. Dahin gehört somit: Weltgeschichte, 
Vaterlandsgeschichte, einheimische Staatsverfassung und Verwaltung mit 
Geographie, geometrische Anschauunglehre mit Aeichnen; populäre Natur 
geschichte, Naturlebre, Technologie. 5) Praktische Anweisung zu nützlichen 
Beschäftigungen (Baumzucht, weibliche Arbeiten). 6) Gesang, Leibes 
übungen, worunter das Ererzieren u. s. w. Ich erlaube mir die Frage, 
ob die fliegenden Blätter Unrecht haben, wenn sie einen Lehrer der Ele 
mentarschule den Ausspruch thun lassen: Ihr Kinder, wer von euch 
Minister werden will, stehe auf! Es sind jetzt gute Aussichten in dem 
Fache! — Ich wünschte nur, daß der Verfasser dieses Studtenplanes 
selbst Schullehrer seyn müßte! — (N. S.) 
4. Zur Gesundheitspflege der Schulleute. 
Es ist sehr häufig der Fall, daß die Schullehrer im Winter mit 
Halsleiden zu kämpfen haben. Ich war schon oft in der Lage, daß 
ich kein lautes Wort sprechen konnte. Ein Freund rieth mir folgendes 
Mitrel: Man kaust in der Apotheke etwa für 6kr. Pimpinell-Essenz, 
läßt diese auf ein Stückchen Aucker tropfen, etwa soviel bis dieser ge 
sättigt ist, und nimmt diese Medizin Morgens und Abends, ober auch 
Tages über ein. Mir hat vier- bis fünfmaliges Einnehmen vollkommen 
geholfen. 
E. F. W. 
Bibliothek Ca?rsrtetjm 
Donauwe; th
	        

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