Full text: Der Deutsche Schulbote - 21. 1862 (21)

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I. 
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Aussähe pädagogischen Inhalts. 
1. Erziehungslehre in katechetifcher Form, nach be 
währten Schriftstellern zusammengestellt von M. 
(Fortsetzung.) ^ 
III. Abschnitt. 
Sildung des Begehrungsvermögens. 
t. Fra ge. Was versteht man unter Bc g e hrun gsv crmv,g en? 
Antwort. Das Begehrungsvermögen oder der Wille überhaupt 
ist die Kraft der Seele, etwas zu wünschen oder zu verabscheuen. 
Beziehen wir diese Kraft auf das Gebiet der Sittlichkeit, so versteht 
man darunter im engern Sinne das Vermögen der Seele, durch wel 
ches wir das sittlich Gute und Rechte zu vollbringen suchen. - Da 
Gott den Willen des Menschen nicht beschränkt, sondern mit Freiheit 
begabt hat, so steht es in der Macht des Menschen, nicht bloß das 
Gute, sondern auch das Bose zu wollen und zu vollbringen. Der 
Mensch ist also zurechnungsfähig, d. h. es kann ihm Verdienst 
oder Schulö, Lohn oder Strafe angerechnet werden. 
2. Frage. Wie vielfach ist das BegehrungSvermögen? 
Antwort. Der Mensch hat ein zweifaches Begehrungsvermögen: 
ein niederes und 
ein höheres. 
Das niedere oder sinnliche Begehrungsvermögen strebt allzeit nach 
Dingen, welche die Sinne angenehm berühren. 
Das höhere oder vernünftige Begehrungsvermögen sucht das Rechte 
und Gute zu erreichen, welches die Vernunft billigt , ohne darauf 
Rücksicht zu nehmen, ob es der Sinnlichkeit zusagt oder nicht. Dieses 
Deutscher Schulbote. XXI. Jahrgang. |9
	        

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