Volltext: Der Deutsche Schulbote - 21. 1862 (21)

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Brettspiel in den Kafino'S und Kräpzchen zubringen, der Ermunterung und Unter 
stützung der heranwachsenden Jugend zu widmen? Denn so lange die Jungen 
sehen, daß die Erwachsenen keine andere Erholung kennen, als jene Vergnügungen, 
und daß sie gleichgültig gegen die körperliche Ausbildung der Jugend sind, werden 
so manche unter ihnen glauben, die Hauptsache für einen rechten Mann sei eine 
Cigarre im Mund, Wirthshaus, Kartenspiel zr. s. s. Wenn das Turnen bis jetzt 
in Beziehung auf die Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes noch 
nichts, und-in. Beziehung auf die, Veredlung der Einzelnen noch wenig geleistet 
und sogar, wie Viele behaupten, manchen Schaden gestiftet hat, so kommt dieß 
daher, daß eS so lang von Seiten des Staats nicht nur ignortrt, sondern sogar 
angefeindet und genöthigt war, mehr oder weniger sich den übrigen Lebensverhält- 
ntssen gegenüber zu isolireu, wodurch nothwendig Einseitigkeiten entstehen mußten; 
wenn nun daS neuerdings auch anders geworden tst^ so verhält, sich doch das Pub 
likum im Allgemeinen, hauptsächlich aber daS ärzlliche, für welches die Sache so 
großes Interesse hat, noch ziemlich gleichgültig dabei. Erst wenn die Gymnastik 
ein öffentliches, für Jedermann benütztes und von dem öffentlichen Leben getra 
genes Institut seyn wird, werden seine segensreichen Wirkungen auch dem mißgün 
stigsten Auge Üar werden. Jedem Familienvater und Erzieher aber möchte ich 
zurufen: „DaS, was in den Jahren deS Wachsthums und der Entwicklung an 
der Jugend versäumt und verdorben wurde, daS ersetzt später kein Jod und kein 
Calomel, kein Leberthran und kein Chinin, das macht kein Professor und Medf- 
ztnalrath, kein Allopath, kein Hydropath und kein Homöopath mehr gut!" 
Or Hellmuth Steudel. 
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I i ösi j.Ts ‘ m st g ' fir.ef 
Ä. Eine Conferenz - Frage. 
T h e m a. Wie könnte und sollte der deutsche Lehrer im Verhältniß stehen: 
a) zur Gemeinde, b) zur Kirche/ c) zum Staate, und zwar: 1. in dienst 
licher, 2. in fdcialer Hinsicht? 
Ad a) Ztff. 1. Soll ausgeführt werden, ob und in wieweit die Gemeinden 
bet Besetzung der Schulstellen mitzuwirken haben, ob dann als Consequenz des 
Besetzungs- resp. Anstellungsrechtes die Besoldung von der Gemeinde, vom Kreise 
oder vom Staate zu geschehen habe. 
Ztff. 2. Welche Stellung hat der Lehrer in Landgemeinden dem Vorsteher, 
in Städten Hl. und II. Klasse den Magistrats - Collegien gegenüber, ob subordintrt 
oder kovrdinirt? 
Ad b) Ztff. 1. Soll die Aufsicht über die Schulen, wie bisher, durch 
geistliche Inspektoren geschehen, oder durch weltliche? Wenn Letzteres der 
Fall, sollen dieselben auö derZahl würdiger und fähiger Lehrer, oder Män 
ner des höheren Lehramtes sein? Wer besoldet dt-eselben und wie? Wie 
stehen sie zum CleruS und zu den äußeren Verwaltungsbeamten? 
Ztff. 2. Wer stellt den Lehrer bet Anwesenheit höherer Staatsbeamten rc. 
vor, der geistliche oder weltliche Beamte? (Wird durch Ausführung von Ztff. l. 
schon erlediget.)
	        

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