Full text: Die evangelische Volksschule - 2.1859 (2)

I. 
Die Sündkluth. 
Behandlung auf der Oberstufe einer mehrklasstgen gehobenen Volksschule. 
Von Ballten. 
(Schluß zu Heft II., S. 157.) 
AUsas haben wir in dieser Geschichte von der Sünd- 
fluth erkannt? 
1. Welche Lehre und Warnung giebt uns diese Geschichte zunächst? 
Die, daß die Frommen mit den Gottlosen nicht in die innigste äußere und 
innere Leibes- und Geistesgemeinschaft, die Ehe, treten sollen. 
2. Warum traf diese ganz besondere zeitliche Strafe das Menschen 
geschlecht? Weil cs sich durch die gewöhnlichen zeitlichen Strafen nicht 
bessern lassen wollte. 
3. Was offenbarte Gott aber den Menschen, ehe dies eintrat? Seine 
Langmuth. 
4. Was heißt: Gott ist langmüthig? —. 
5. Wie dürfen wir uns das „Reuen" Gottes nicht denken? Nicht als 
ein menschliches Reuen. 
6. Was bedeutet es? Es bekümmerte und schmerzte ihn, daß die Men 
schen so böse waren. 
7. Wie erging es Noah? Er fand Gnade vor dem Herrn. 
8. War Noah kein Sünder? O ja, aber nicht ein solcher, wie die 
übrigen Menschen, denn die Liebe zu Gott war in ihm. 
'9. Wann wird uns allen die Gnade Gottes zu Theil? So wir Got 
tes Liebe in Christo erkennen und Zuversicht darauf haben und die 
Liebe zu Gott aus dem Glauben entsteht, 
10. Was thut dann Gott? Er straft uns dann nicht, sondern vergiebt 
uns um Christi willen unsere Sünde. 
Zum Schluffe noch einige Bemerkungen über die Sündfluth.*) Die Ge 
schichte derselben wird von allen Völkern der Erde erzählt mit Ausnahme höch 
stens derer, die auf die tiefste Stufe der Bildung gesunken sind, und sogar 
bei diesen finden sich Anhaltspunkte zu einer Uebereinstimmung mit der biblischen 
Erzählung. 
Durch Jahrtausende hat sich die Kenntniß der Thatsache von Geschlecht zu 
Geschlecht fortgepflanzt. In solcher natürlichen Einfachheit und Ausführlichkeit 
aber hat sie kein Volk aufbewahrt als das jüdische. Besonders merkwürdig ist 
°) Können auch in der nächsten, dem Naturwissenschaftlichen Unterrichte bestimmten Stunde 
gegeben und weiter ausgeführt werden. 
Ballien. evangel. Volksschule, ll. Dd. 3. Heft. 
15
	        

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