Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

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Glöckner, 
Zimmermann, Über Trendelenburgs Einwürfe gegen Herbarts 
praktische Ideen. Sitzungsberichte der phil.-histor. Klasse der kaiserl. 
Akademie der Wissenschaften in Wien. Bd. LXX. 
Allihn, Eine Beurteilung der praktischen Philosophie Herbarts 
aus der Berliner Akademie der Wissenschaften. Zeitschrift für exakte 
Philosophie, Bd. VI, S. 35 ff. 
Allihn, Das vermeintlich Deistische der Ethik nach Herbart. Zeit 
schrift für exakte Philosophie, Bd. V, S. 221 ff. 
ad III. Der Begriff des Seins bei Herbart. 
Ebenso alt, wie die Herbartische Philosophie selbst, ist der gegen 
sie gerichtete Einwand, daß sie einen falschen Begriff von: Sein habe. 
Auch Trendelenburg hat in der sub I citierten Abhandlung diesen Punkt 
angegriffen, und zwar mit mehr Gründen, als in der gegnerischen Arbeit 
stehen; und doch zeigt Strümpell, a. a. O., daß Trendelenburgs Kritik 
gegen die Ontologie Herbarts mit die schwächste Stelle unter allem von 
ihm vorgebrachten sei. Es nimmt mich daher einigermaßen wunder, daß 
man sich veranlaßt fühlte, diese „schwächste Stelle" noch ausdrücklich 
für sich hinzustellen: „Herbart zieht das Setzen des Seins in den Begriff 
des Seins hinein. Das Sein an sich hat aber in der That mit unserer 
Position nichts zu schaffen; es fft gerade das von unserem Setzen Unab 
hängige." Das ist nun Begriffsverwechselung zwischen dem Sein und 
dem Seienden. Es soll heißen: Das Seiende ist das von unsrem 
Setzen Unabhängige. Das ist aber ganz herbartisch: „Wenn man einem 
Dinge das Sein zuschreibt, so meint man damit nicht, als ob es dadurch 
erst in ein Seiendes verwandelt werde; vielmehr wird ein solches Ding 
als unabhängig bestehend aufgefaßt von dem dasselbe Vorstellenden oder 
Denkenden." (Cornelius.) Herbarts kurze Fassung der Definition hat 
etwas umständlicher ausgedrückt die Bedeutung: Das Sein ist die absolute 
Setzung eines solchen, welches eben durch seine Beschaffenheit uns nötigt, 
es absolut zu setzen; durch diese längere Definition wird vielleicht besser 
die Möglichkeit des Mißverständnisses vermieden, indem jetzt hervortritt, 
daß nicht die subjektive Thätigkeit der Setzung, d. h. des Denkens, sondern 
die Natur des Gedachten oder die Sache selbst das einzig Bestimmende 
ist. — Aus dem Begriff des Seins „ergiebt sich Herbart u. a. die 
irrige Annahme, die Zahl der realen Wesen könne nicht unendlich sein." 
Abermals eine Verwechselung des subjektiv Unzählbaren mit der objektiven 
Unendlichkeit; die Zahl der realen Wesen ist unzählbar, aber eine end 
liche Summe. Denn der Begriff des objektiv unendlichen Realen ist
	        

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