Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

Preisausschreibung. 
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das nicht bietet, was er erwartete, und das „Umsatteln" ist oft die einzige, 
wenn überhaupt noch mögliche Rettung vor den größeren Gefahren eines gänz 
lich verfehlten Berufes. 
Unter diesen Schwierigkeiten leiden nicht nur die betreffenden Personen 
und deren Angehörige-, auch die Handwerke und Kleingewerbe, denen sie sich 
zuwenden, können durch solche Elemente die in unserer Zeit so notwendige 
Förderung nicht erfahren, die sie, im Kampf mit einem hoch entwickelten Fabrik 
betriebe, vor weiterem Verfall und vor gänzlichem Untergange schützt. Die Un 
kenntnis der Lichtseiten gewerblicher Berufsarten und ihre Unterschätzung ist ein 
Hauptgrund, weswegen der beffer situierte Mittelstand seine Söhne ihnen viel 
fach entzieht, wodurch sie Unterstützung und Förderung von jener Seite entbehren 
müssen. 
Diesen Thatsachen gegenüber gewinnt die richtige Wahl eines gewerblichen 
Berufes eine soziale Bedeutung, und die unterzeichneten Vereine erachteten es daher 
als eine nicht ferner abzuweisende Pflicht, aus der Schule tretenden Knaben und 
denjenigen — seien es Eltern, Vormünder oder Lehrer — welche ihnen helfend 
zur Seite gestellt sind, ein möglichst zuverlässiges Hilfsmittel zur Orientierung 
über die verschiedenen Handwerke und Kleingewerbe in Gestalt eines gedruck 
ten Ratgebers in die Hand zu geben. 
Sie haben sich daher entschlossen, hiermit eine Preiskonkurrenz auszuschreiben 
zur Einreichung von Arbeiten über „die Wahl eines gewerblichen Berufs". Die 
einzureichenden Arbeiten sollen nur die sogenannten praktischen, bürgerlichen 
Berufsarten — die Handwerke und Kleingewerbe — ins Auge fassen und dabei 
insbesondere folgende Fragen berücksichtigen: 
1. Welche Eigentümlichkeiten zeigt das Gewerbe? (Kurze Charakteristik der 
den einzelnen Handwerken eigentümlichen Thätigkeiten und der zu lösen 
den Aufgaben.) 
2. Welche körperlichen und geistigen Fähigkeiten setzt es bei dem Lehrling 
voraus? 
3. Welche Wege zur möglichst allseitigen Ausbildung in dem betreffenden 
Gewerbe stehen zu Gebote, und welche Mittel sind dazu erforderlich? 
4. Welche materiellen Aussichten und besonders auch, welche auf künftige 
Selbständigkeit gewährt der Beruf? 
Als Anhang ist eine Auslassung über diejenigen Berufsarten erwünscht, 
welche den Büreaudienst betreffen, besonders auch nach Seite der Aussichten hin, 
um der weitverbreiteten Überschätzung derselben zu begegnen. Die Bearbeitung 
der Aufgabe muß in einer allgemein verständlichen Sprache erfolgen; sie darf 
einen Umfang von 10—12 Druckbogen 8° nicht erheblich überschreiten. Für die 
von einer später bekanntgegebenen Preisrichter-Kommission als beste bezeichnete 
Arbeit wird ein Preis von 1500 Mark hiermit ausgesetzt. Die preisgekrönte 
Arbeit bleibt Eigentum des Verfassers; verlangt wird ihre Publikation und 
Gewährung einer Anzahl Exemplare zu einem zu vereinbarenden, herabgesetzten 
Preise. Die möglichst deutlich geschriebene Arbeit ist mit einem Motto zu ver 
sehen ; ein beigelegtes versiegeltes Kouvert mit gleichem Motto enthält die Adresse
	        

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