Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

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Beurteilungen und Anzeigen. 
des Einsenders. Die Ablieferung hat an einen der beiden Unterzeichneten zu 
erfolgen, und wird als Endtermin für dieselbe der 1. April 1884 festgesetzt. 
Berlin, den 
Der Verein für das Wohl der aus 
der Schule entlassenen Jugend. 
Geßler, Rektor. 
6., Neue Friedrich-Straße Nr. 32. 
. Januar 1883. 
Das Kuratorium der Diesterweg- 
Stiftung. 
A. Böhme, Seminarlehrer a. D. 
S.W., Wilhelms-Straße Nr. 3b. 
Beurteilungen und Anzeigen. 
Wie im Januarheft die Familienbibliothek für das deutsche Volk kann ich 
jetzt nicht minder die deutsche Jugendbibliothek, begründet von Ferdinand Schmidt, 
empfehlen, welche durch die Verlagsbuchhandlung von R. Voigtländer in Kreuz 
nach in neuer Ausgabe zum größten Teile bereits erschienen ist. Ein Vergleich 
der neuen mit der alten Ausgabe läßt die Vorzüge der ersteren in ein Helles 
Licht treten. An die Stelle eines dünnen und schwachen Papiers ist ein kräf 
tiges und widerstandsfähiges getreten, der Druck ist klar und deutlich und die 
Illustrationen sind von bedeutend größerer Schönheit als in der alten Ausgabe. 
Auch das Format ist etwas vergrößert und der Einbanddeckel geschmackvoller. 
Wünschenswert wäre es allerdings gewesen, wenn in dieser neuen Ausgabe die 
neue Orthographie eingeführt worden wäre, da dieselbe nun fast für alle Schulen 
Deutschlands gültig ist. Es muß den Knaben verwirren, in den Büchern seiner 
Privatlektüre die einzelnen Worte so gedruckt zu sehen, wie er sie niemals, ohne 
gerügt zu werden, seinem Lehrer in schriftlichen Arbeiten zeigen darf. 
Jnbetreff des Inhalts der Schmidtschen Jugendbibliothek kann ich mich kurz 
fassen, da längst die Güte desselben anerkannt ist. Es liegen mir zwei Bänd 
chen vor: Nr. 30, Walther und Hildegunde, der Rosengarten in alter Ausgabe 
und Nr. 19, Friedrich der Große bis zu seiner Thronbesteigung, in neuer Aus 
gabe, beide von Ferdinand Schmidt selbst verfaßt. Während das erste Heft den 
Knaben in unsere herrliche Sagen- und Reckenwelt mit ihrer großartigen, rauhen 
Schönheit hineinführt, gibt das letztere ein vollständig klares Bild von der 
inneren Entwickelung unseres großen Friedrich. Dabei ist besonders lobend 
hervorzuheben, daß die Sympathien für Friedrich nicht auf Kosten Friedrich 
Wilhelms I. geweckt werden, wie es noch vor wenigen Dezennien selbst in 
wissenschaftlichen Arbeiten infolge zu starker Benutzung der Bayreuther Memoiren 
geschah, sondern die Resultate der neuen Forschung seit Ranke und Droysen 
sind gut verwertet, sodaß auch die knorrige Gestalt des großen Vaters in ihr 
rechtes Licht tritt. Ich kann beide Bücher warm empfehlen und möchte wün 
schen, daß dieselben in jeder Schülerbibliothek vorhanden seien. 
Treptow a. R.. 31. März 1883. U. F. 
Der Unterzeichnete hat die Absicht, einen deutsch-patriotischenKalender 
herauszugeben. Dieser Kalender stellt sich zur Aufgabe,, in kräftiger, schneidiger 
Sprache die Interessen des Deutschtums vorzüglich in Österreich-Ungarn zu ver-
	        

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