Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

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Settau, 
heit und ärgerliche Gestalt in den Augen einer heterogenen, inkompeten 
ten, eiskalten, hundemagern Philosophie, die ihrer Erziehungskunst [Buf- 
fon Tom. VI. p. 313: „Le premier art de l’homme a ete Peduca- 
tion du chien et le fruit de cet art la conquete et la possession 
paisible de la terre“] die höhere Bestimmung unserer Herrschaft über 
die Erde unverschämt andichtet.") 
Stahl hat vollständig recht, wenn er namentlich inbezug auf die 
Philosophie (Metaphysik, Ethik und Pädagogik) fordert: „Die Wissen 
schaft muß umkehren", d. i. sie muß in d er Offenbarung ihr 
Prinzip und stetiges Korrektiv suchen. Und es wird dabei bleiben 
müssen: a) die Philosophie behält der Theologie gegenüber einen durch 
aus untergeordneten, bescheiden dienenden Zweck —, einmal den, ihr 
(äußerliche) Gestaltungsformen darzubieten, sodann aber auch — und das 
ist zugleich ihr Hauptverdienst — „ein Zuchtmeister auf Christum zu sein", 
(indem sie z. B. durch einen Kant der Flachheit und Selbstgenügsamkeit 
des Rationalismus entgegentritt, die tiefe Ohnmacht und Verderbnis der 
menschlichen Natur — s. die Lehre „vom radikalen Bösen" — zeigt und 
dadurch in tiefern Gemütern ein „Verzweifeln an sich selbst", einen Über 
druß an der gespreizten Hohlheit der Zeit und ein Bedürfnis, dem allein 
das Christentum volles Genüge geben kann, erweckt), und d) der beste 
Theolog der beste Pädagog. (Vgl. S. 325 des rc. „Protestes.") Wer 
ist nämlich der beste Theolog? Derjenige, der, soweit es menschenmöglich, 
am vollkommensten die Offenbarungswahrheiten erfaßt hat und von ihnen 
durchdrungen ist, der, einfach populär gesagt, in seinem ganzen Wesen 
und Wort am reinsten das Bild Jesu darstellt.*) 
*) Vergleiche auch Prof. Steinmeyer („Beiträge zur Christologie" 3 Bde.) 
Seit Schleiermacher liebt man es, das Ganze der christlichen Wahrheit in einem 
System, das man ein organisches zu nennen pflegt, wohlgegliedert und zusammen 
hängend anzuschauen. Dialektik, Philosophie, Spekulation wurden zur Dienst 
leistung gepreßt. Dabei wird es indessen wohl bleiben: „an den Früchten erkennt 
man den Baum." Welchen Gewinn hat die Kirche, in deren Dienst sich die 
Theologie doch zu stellen hat, davon gehabt? Allerdings „die auf Erden wohnen, 
haben sich daran gefreut und einander Geschenke zugesandt" (Off. 11,10). An 
gegenseitigem Weihrauch hat es nicht gefehlt, von anderer Seite aber auch nicht 
an Spott. Nur die Kirche ging leer aus. Es frommt ihr mehr, wenn eine 
Einzelwahrheit, unentwegt durch ein zuvor konstruiertes System, ihre eigehende 
Beleuchtung erfährt, als wenn ein das Ganze umfaffender Bau ohne voraus 
gehenden Kostenüberschlag unternommen wird. Unter den Axiomen des alten 
Rechtslehrers Stahl, sie ragen durch Evidenz hervor, ist uns eins von sonder 
lichem Wert. Wirmeinen das Urteil, welches dieser Gelehrte über die Loci
	        

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