Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

über die dortigen Schulverhältnisse. 
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ad 12. Wenn Isaak in dieser wichtigen Stunde seines Lebens 
wirklich seinen Gedanken keinen in Worte gefaßten Ausdruck gegeben 
hätte, so hat er doch gewiß im Herzen geseufzt. Der Ausdruck „beten" 
ist also wohl nicht anfechtbar, sollte ihn auch der Urtext nicht unmittel 
bar enthalten. 
ad 13. Hier enthält die Änderung das Gegenteil vom Bibeltext. 
ad 14—16. Diese Sätze enthalten eine Frage für sich, ob und 
wie derartige Sachen überhaupt mit Kindern zu behandeln sind, deren 
Erörterung den Raum dieses Referats übersteigt. Was gerade den Aus 
druck „gebären" anlangt, so habe ich denselben bisher in meiner Klaffe 
stets ohne Anstoß gebraucht und gebrauchen lassen. 
ad 17. Die Antwort setzt ein Fragen voraus. Das Leben des 
greisen Simeon drehte sich nun die Frage: Herr, wann kommt dein 
Messias? Endlich antwortet der heilige Geist. Die Änderung ist hier 
entschieden Abschwächung. 
ad 18. Da das 4. und 5. Hauptstück auf dem Lehrplan der 
Berliner Gemeindeschulen nicht mehr steht, so sollten die Kinder wenigstens 
die Einsetzungsworte der Sakramente aus der biblischen Geschichte „unver 
kürzt" lernen. Die Worte „zur Vergebung der Sünden", sind doch aber 
nach Luthers Meinung das Hauptstück im Sakrament und dürfen 
nicht wegbleiben. 
Eine ungerechtfertigte Kürzung kommt außerdem vor in der Ge 
schichte von der Fürbitte Abrahams für Sodom und Gomorrha. Abraham 
bittet sechs Mal, und die demütigen Einleitungen der Bitten: HErr, 
zürne nicht, daß ich noch einmal rede, „Ich habe mich unterwunden mit 
Dir zu reden, wie wohl ich Erde und Asche bin", sind so ergreifend, 
daß ich sie keinenfalls den Kindern auf der Oberstufe vorenthalten möchte. 
Bei Bertram heißt es einfach: „Es möchten vielleicht 50 Gerechte in 
der Stadt sein, oder 45, oder 40, oder 30, oder 20, oder 10. Der 
HErr sprach: Ich will sie nicht verderben nur der zehn willen. 
Ebenso ungerechtfertigt ist es, wenn bei Christi Leiden in Geth 
semane nur das eine, und zwar das dritte Gebet erwähnt ist. Dieser 
große Moment muß den Kindern in voller Ausführlichkeit erzählt werden. 
Eine Geschichte „von der Auferstehung Jesu" giebt es in dem 
Bertram'scheu Buche nicht, wohl aber eine unter der Überschrift: 
„Das leere Grab". Da haben am Ende doch wohl die Hüter nicht 
Unrecht gehabt, als sie thaten, wie sie gelehret waren, und sagten: 
Seine Jünger kamen und stahlen ihn, dieweil wir schliefen. Dieses
	        

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