Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

Luther - Dank. 
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bloß an zahlreichen Orten (trotz der hohen Staatsschulsteuer) aus völlig 
eigenen Mitteln ihre evangelischen Privatschulen, sondern die große Landes- 
Kollekte, die sie im Interesse der Förderung des christlichen Privatschul 
wesens jährlich abhalten, hat nun auch schon seit etlichen Jahren immer 
wieder die enorme Summe von ca. 100 000 Gulden (170000 Mark) 
aufgebracht. Und wie viel geschieht nicht auch bei uns, welch' weit 
gehende Opfer werden in einem fort gebracht, um den sittlichen Not 
ständen unseres Volkslebens entgegenzuarbeiten! Erst kürzlich hat man 
sich ja wieder in wirklich großartig erfreulicher Weise aufgemacht, um 
der Art von sittlicher Verwilderung zu steuern, die in der Gestalt des 
Vagabondentums unter uns aufgetreten ist. Sollte man also nicht 
auch einmal ein Übriges, ja in ganz besonderem Maße ein Übriges 
thun zur Erhaltung, Befestigung und Neubelebung der segensreichen 
Anstalt, deren ganze Arbeit darauf gerichtet ist, unsere Kinder zu 
lebendig christlichen und also auch ernst gesitteten Menschen zu erziehen 
und uns somit vor solch schreienden sittlichen Notständen überhaupt 
möglichst zu bewahren? 
Nicht in der gewöhnlichen Form der Hauskollekte — das sei zum 
Schluß noch bemerkt — tritt unsere Sammlung „Luther-Dank" ins 
Leben. Die Gaben, die für denselben gegeben werden, sollen völlig freie 
Gaben der Liebe sein, die entweder direkt (auch in Briefmarken, auch 
bayerischen und Württembergischen) an das Büreau unseres Vereins 
(Pf. Zillessen in Orsoy, R.-B. Düsseldorf) eingesandt oder an unsere 
Vertreter in den einzelnen Gemeinden können abgegeben werden. Letztere 
nämlich hoffen wir allenthalben zu gewinnen. Sie sollen uns helfen, 
sowohl unsere Bitte zu verbreiten, als auch befreundete und bekannte 
Gesinnungsgenossen — was diesen ja nur erwünscht sein kann — an die 
Darreichung einer Gabe zu erinnern. Verleihe uns Gott in Gnaden, 
daß uns allenthalben diese Hilfe in der von uns erhofften Weise zu teil 
werde. So inständig wir auch um Gaben bitten, so bitten wir doch 
fast noch inständiger um solch treue und hingebende Mitarbeiter *), denen 
es selbst eine Lust und eine Freude ist, unser Werk fördern zu helfen. 
Und nun ziehe dieses Blatt hinaus in die Welt und schaffe unter 
Gottes Segen reiche Frucht! Für jede, auch die geringste Gabe sind 
wir dankbar. Wem aber durch Gottes Freundlichkeit ein größeres Ein- 
*) Freiwillige Meldungen wolle man freundlichst an das Büreau des Vereins 
in Orsoy richten.
	        

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