Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

,Die geistliche Schulinspektion. 
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fragen wir aber: Welche Kirche meint der Rez.? Meint er die römische, 
die altkatholische, die altlutherische erster oder zweiter Potenz, die hannoversch- 
lutherische, die bayrisch-lutherische, die holländisch-reformierte, so hat er 
allerdings recht; denn Dörpfeld steht nicht auf dem Boden einer dieser 
sich für die wahre Kirche ansehenden*) kirchlichen Gemeinschaften. Aber 
warum soll Dörpfeld auch gerade auf einem solchen Boden stehen? 
Vielleicht um dem Herrn Rez. Gesellschaft zu leisten? Dörpfeld steht 
auf dem Boden der preußischen Landeskirche, wie sie in seiner nieder 
rheinischen Heimat zur Ausgestaltung gelangt ist, und würde es dem 
Rez. schwer fallen, aus seinen Schriften oder seinem Leben ein anderes 
nachzuweisen. Es hat uns nicht fein von dem Rez. scheinen wollen, daß 
er hier vor der Untersuchung durch ein tadelndes, nicht zu beweisendes 
Urteil Dörpfeld einen Flecken anzuhängen sucht**). Der Herr Rez. möge 
uns folgende Fragen beantworten. Wenn jemand auf dem Boden des 
positiven Christentums steht und diese (soll hoffentlich heißen die christ 
lichen) Interessen der Kirche wahrzunehmen bedacht ist, was ist dann 
noch von ihm zu fordern? Sind andere als christliche Interessen der 
Kirche berechtigt?***) Doch folgen wir den Ausführungen des Rez. weiter. 
Wie er vorhin schon, trotz des auf der Universität gehörten Logikums, 
die Begriffe „fachmännische" und „geistliche Schulinspektion" nicht unter 
scheiden konnte, so irrt er jetzt, indem er behauptet, Dörpfeld sehe das 
Heil der Schule in einer Schulverfassung. D. sieht gewiß nicht mit 
Unrecht in einer allen Interessen gerecht werdenden Schulverfassung eine 
für das Gedeihen der Schule nützliche Einrichtung. Darf darum Rez. 
von ihm behaupten, er sehe das Heil der Schule in einer Schulver 
fassung? Vermutlich hat Rez. es keineswegs für gleichgültig gehalten, 
ob die Kirche eine presbyteriale, konsistoriale oder bischöfliche Verfassung 
dereinst unter großen Gerichten und Heilssühnungen als Einheit in die Sicht 
barkeit treten wird. Unter den Personen, namentlich allerlei Lehrern und 
Predigern, möglichst Verständigung und Einmütigkeit anbahnen zu helfen, ist 
unser Sehnen und eine Hauptaufgabe des Deutschen Evangelischen Schulvereins. 
In diesem Sinne sind auch die Anmerkungen gemeint, die wir diesem Artikel 
beifügen, vor und nach dessen Lektüre wir 1. Kor. 13 zu lesen bitten. Die Red. 
*) Diese Behauptung zu vertreten überläßt die Red. dem Herrn Einsender. 
**) Ich hoffe, das hat dem Herrn ganz fern gelegen. Er wollte, nehme ich 
an. vielmehr Dörpfelds christlichen Standpunkt bereitwillig anerkennen. Doch 
überlassen wir es ihm, sich selbst zu verteidigen. Die Red. 
***) Was der Herr Einsender hier will, ist uns nicht recht klar geworden. 
Die Red.
	        

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