Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

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Zum Luther-Jubiläum. 
ist die Thätigkeit auf dem Gebiete des Drucks von Lutherschristen eine 
ganz besonders rege geworden und, so viel wir sehen, eine vielfach von 
Gottes Geist geleitete und echte Frucht verheißende. Gerne fahren wir 
darum fort (vgl. Heft 3) von der reichen Lutherlitteratur weiter einige 
Kunde zu geben. Vor allem wichtig für Leser dieses Blattes ist das 
zuerst genannte, Luther als Pädagogen darstellende Werk. 
Joh. Meyer (Lehrer in Osnabrück) und Joh. Prinzhorn (Pastor in 
Bremen-Hastedt): vr. Martin Luthers Gedanken über Erziehung und 
Unterricht. XIV u. 310 S. 8. brosch. Hannover. Karl Meyer (G. Prior). 
1883. 5 M. 
Eine fleißige, dankenswerte Arbeit, nicht zu flüchtiger Unterhaltung, sondern 
zu ernstem Studium für tiefer Gebildete wohlgeeignet, besonders für Fachleute, 
d. h. für Lehrer und Prediger, die ja auf dem Gebiete der Erziehung als Brüder 
zusammen gehören und eben beide als Fachleute arbeiten. — Der Inhalt des 
Werkes ist durch folgende Überschriften bezeichnet. A. Einführung. Luthers 
Pädagogik im Zusammenhang dargestellt: Einleitung (über den Zustand 
von Kirche und Schule vor der Reformation, Luthers Entwickelungsgang, den 
Zusammenhang von Kirchen- und Schulreformation). S. 3—13. I. Luthers 
Gedanken über die Pflicht christlicher Erziehung seitens der Eltern, der Obrigkeit, 
der Kirche. S. 14—18. II. Luthers Gedanken über Zweck und Mittel christlicher 
Erziehung. (Ziel: Erziehung für die himmlische Berufung und den irdischen 
Beruf. — Mittel: Unterricht und Zucht. Luthers Vorbild als Erzieher). S. 10 
bis 31. III. Luthers Gedanken über die Anstalten zum Zwecke christlicher Erziehung 
(Universitäten, Gymnasien, Volksschulen) und über die Würde des Schulamtes. 
5. 32—41. Schluß (Würdigung der Gedanken Luthers über Erziehung und 
Unterricht. Einfluß derselben auf die zeitgenössische Erziehung und auf das Er- 
ziehungs-und Unterrichtswesen überhaupt). S.42—48. — B. Luthers Schriften 
über Erziehung und Unterricht, den Originalen nachgedruckt. Vor 
bemerkungen über Entstehung, Originalausgaben, Sprache derselben. S. 46—76. 
1. Sermon vom ehelichen Stand. S. 77, 80. 2. An den christlichen Adel 
deutscher Nation: von des christlichen Standes Besserung. S. 81—90. (1 und 2 
nur soweit sie unser Thema betreffen). 3. An die Ratsherren aller Städte deutschen 
Landes, daß sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen. S. 91—116. 
4. Der kleine Katechismus in hochdeutscher und niederdeutscher Ausgabe. S. 117 
bis 154. 5. Predigt, daß man Kinder zur Schule halten solle. S. 155—194. — 
6. Luthers Aussprüche über Erziehung und Unterricht, aus seinen 
übrigen Schriften zusammengestellt. S. 195—250. Eingehende An 
merkungen zu A und B (außer denen schon allerlei praktische Worterklärungen 
auf dem unteren Rande der Texte zu finden sind). S. 251—309. 
Ein Hauptvorzug des Werkes ist seine wesentlich objektive Haltung: Luther 
selbst redet darin zu uns, in B sogar in seinen Sprachformen mit der originalen 
Orthographie. Aber auch die Beigaben der Herausgeber bieten des Lehrreichen 
frecht viel. Im allgemeinen wird danach auch der Volksschullehrer sich in dem 
ür Schul- und Synodalbibliotheken höchst empfehlenswerten Buche 
wohl zurechtfinden.
	        

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