Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

Zum Luther-Jubiläum. 
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Die Pädagogik vor Luther (als Einleitung.) Quellen. Lehrprinzipien (Recht 
fertigung aus dem Glauben, allgemeines Priestertum, alleinige Autorität der 
Bibel). Lehrstoff. Lehrform. Lehrmittel. Lehramt. Lehranstalt. Lehrziel. Das 
pädagogische Charakterbild Luthers. Das klar und warm geschriebene Büchlein 
verdient lebhafte Empfehlung, zumal für Lehrer und Prediger, da nach Luther 
beide „des Lehramts" warten.*) 
L. Heinemann (Dirigent und Seminarlehrer in Wolfenbüttel): Luther 
als Pädagoge. Festgabe an Eltern und Lehrer. Braunschweig 1883. Brühn. 
IV und 91 S. 8. Brosch. 1 M. 
Soweit wir bei flüchtiger Durchsicht des eben eingetroffenen Büchleins sehen, 
ist dasselbe durch Klarheit und Lebendigkeit der Darstellung, sowie durch gute 
Ausstattung der Empfehlung wert. 
K. Mayer (Pfarrer in Meissenheim): Lutherbüchlein für Schule und 
Haus. Mit Illustrationen. Karlsruhe. Reiff. 1883. 64 S. kl. 8., drosch. 30 Pf. 
25 Expl. ä 25 Pf.. 100 ä 20 Pf. 
Mit der Beurteilung Luthers im Verhältnis zu Zwingli, die letzterem sicht 
lich den Vorzug gibt, können wir uns nicht einverstanden erklären (man ver 
gleiche über die Tiefe der vorhandenen Differenzen, welche Köstlin ruhig aner 
kennt, z B. die gelehrten Ausführungen des verewigten Gustav Plitt in seinem 
gründlichen Werke- Einleitung in die Augustana. Erlangen. Deichert 1867/68). 
Übrigens gefällt uns das Büchlein in den zahlreichen Illustrationen und in der 
Darstellung wie im Druck recht wohl. Daß ein besonderes Kapitel Luther 
als Beter darstellt, ist gewiß zu loben. Die Rückseite des Umschlags zeigt das 
Lutherdenkmal in Möhra. 
A. Wolter (Rektor in Wilsnack): D. Martin Luther. 64 S. drosch. 
Oranienburg. Freyhoff. 1883. Mit 10 Illustrationen. 20 Pf. 
Das Titelbild Luther ist recht ansprechend, wie mehrere Holzschnitte im 
Innern, die Erzählung nicht ohne Lebendigkeit, gleichwohl das Büchlein zu be 
sonderer Empfehlung unseres Erachtens neben manchem besseren nicht geeignet. 
Rur nebenbei gedenken wir der kleinen Illustration S. 27, wo das Lutherdenkmal 
auf dem Marktplatz zu Wittenberg doch zu sehr verschwimmt. Bedenklicher ist 
der etwas kleine Druck, der z. B. gegen Palmie und Mayer unvorteilhaft ab 
sticht. Und auch der Ton ist uns nicht ganz recht, vielleicht für unsere alt-evan 
gelische Art zu modern. Man lese S. 13: „Auch ihn konnte ahnungslos und 
mit Gedankenschnelle der Tod in sein Schattenreich abführen." Er „kam immer 
wieder zu dem Resultat zurück: du hast dem Himmel ein Versprechen gegeben, 
und das mußt du ohne Umschweife halten": S. 56: „sehr zuträglich, daß er 
sich mit einer ordentlichen und praktischen Frau verband, denn, um es kurz zu 
sagen: zu wirtschaften verstand der gelehrte Herr Professor sehr wenig"; S. 63: 
„dann aber schlummerte der große Geist hinüber in ein besseres Jenseits. Der 
*) Die in besonderem Abdruck bei Gaertner in Berlin 1883 erschienene 
Programm-Abhandlung von Joh. Müller (32 S. u. IV) über Luthers „refor- 
matorische Verdienste in Schule und Unterricht", welche nach dem Urteil der 
Reuen Evang. Kirchenzeitung den Leser in ansprechender Weise orientiert, liegt 
uns leider nicht vor.
	        

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