Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

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Ball: der Katechismus-Unterricht 
gebürt, unschuldigem, freiwilligem und stellvertretendem Leiden Jesu zu 
sprechen. Damit ist der Wichtigkeit jenes Satzes nicht genug gethan. Ist 
doch, weil und da Christus der Mittelpunkt aller Religion ist, die Betrach 
tung seines Erlösungswerkes der Centralpunkt des religiösen Unterrichts, 
worauf auch die Kinder in geeigneter Weise aufmerksam zu machen sind. 
Dann wird nach dem bisher angegebenen Gange der Satz erklärt. III, 
6. 6 wird besonders müssen zur Geltung kommen (die Beziehung zum 
Texte, scheinbar ganz dunkel, wenigstens der Form nach, ist aufzu 
hellen) —, so daß ein subjektives Empfinden und Glauben von Seiten des 
Kindes zu erwarten ist, so daß „das Wort vom Kreuze" dem Kinde in 
kräftigster Bedeutung vor die Seele tritt. Dazu soll und kann der Lehrer 
mit helfen (denn allein kann weder er, noch kann das Kind dazu ge 
langen, daß das Kind an Jesus Christus, seinen Herrn glaubt! 3. Artikel 
Erklärung), indem er folgende Momente berücksichtigt: 
a. Wieso ergiebt sich aus der Geschichte Israels, was wir im 
Artikel sagen? Das strenge, starre, liebeleere Leben des Volkes Israel 
unter Beachtung toter Opfer- und anderer Ceremonien ist durch die Be 
handlung der alttestamentlichen Geschichten den Kindern deutlich vor die 
Augen getreten; mit diesem zugleich ist das Familienleben in seiner Eng 
herzigkeit, das Halten von Sklaven, die grausame Bestrafung von Sün 
den zur Darstellung gelangt. 
Aus den Geschichten des neuen Testamentes haben sie gesehen, wie 
erbärmlich und elend das religiöse, nationale und soziale Leben Israels 
war, wie Haß und Habgier und Hochmut das Volksleben bis in seine 
innersten Tiefen untergruben. Da wecken plötzlich die messianischen Weis 
sagungen, vom Lehrer in einer bestimmten Reihenfolge (in der biblischen 
Geschichte) den Kindern geboten, den Wunsch nach Erlösung im Gottes 
volke. Äußere Umstände aller Art, die einen negativ, die andern positiv, 
steigern diese Sehnsucht. Die Verheißung der Geburt Jesu und seines 
Vorläufers führt das Volk der Erlösung näher. Und endlich sehen die 
Kinder, wie es hell wird über Bethlehems Fluren, wie die Klarheit 
des Herrn die armen unwissenden Hirten um- und erleuchtet, wie all 
mählich der Morgenstern des Heils aufgeht mit dem Lichte der Gnade 
über die, so da wohneten im finstern Lande in Finsternis der Sünde 
und im Schatten des Todes, wie Engel die Friedenshymne erklingen 
lassen. Und des Heilandes Leben zeigt am besten, wie alle jene schönen 
Erwartungen der Väter verwirklicht werden konnten durch den Erlöser: 
sein inniges Verhältnis zu seinen Anhängern, seine Liebe zu den Armen
	        

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