Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

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Zur geistlichen Schulaufsicht. 
auch in meiner Abgeschiedenheit die verschiedenen Schulblätter oft gar nicht oder 
sehr spät zu sehen bekomme. 
Unten führe ich einige Druckfehler an, welche ich zu verbessern, d. h. abdrucken 
zu lassen bitte. 
Leider kann ich nicht nach Kassel kommen, weil ich schon vor langer Zeit 
einen Vortrag auf der kirchlichen Landeskonferenz in Rostock übernommen habe, 
welche in dieselbe Zeit wie der Schulkongreß fällt.*) 
In dem Aufsatze: „Nochmals: Die geistliche Schulaufsicht" im Augusthefte 
d. I. ist zu lesen: S. 367 Zeile 5 und 6 die Stimme bewiesen hat, statt: 
Stimmen bewiesen haben. S. 369 ä) unbewährte Methoden statt: unberührte 
Methoden: e) in der Disziplin schlaff, statt: schlecht. S. 376 Zeile 4 ohne 
Schwäche, statt: ohne Schwächen. 
2. Hochgeehrter Herr Direktor! 
Schreiber dieses, ein langjähriges Mitglied des Deutschen Evangelischen 
Schulvereins, erlaubt sich, einige Gedanken, die durch das Lesen eines Artikels 
in Nr. 3 des Evangelischen Monatsblattes in ihm angeregt worden sind, mit 
der ergebensten Bitte um Abdruck derselben in Ihrem Blatte hiermit einzusenden. 
Aus dem Artikel auf Seite 87, überschrieben: „Die geistliche Schulaufsicht" 
ist ersichtlich, daß man Sie drängen will, die Bestrebungen des Rektors Dörpfeld 
und speziell sein Buch: „Beitrag zur Leidensgeschichte der Volksschule" im 
Monatsblatt einer abfälligen Kritik zu unterziehen oder vielleicht noch richtiger 
gesagt, dasselbe in Summa als gemeingefährlich zu verurteilen. 
Eine gerechte und gründliche Kritik des gedachten Buches möchte wohl 
keinem erwünschter sein als dem Verfasser selbst: und auch die große Zahl der 
Lehrer und Schulfreunde nah und fern, die das Buch mit Freuden begrüßt 
haben, würden derselben gewiß ein hohes Interesse entgegen bringen. 
Es ist nicht zu leugnen, daß das Buch des Herrn Rektors Dörpfeld allen 
den Lehrern und Schulobern, die bisher des guten Glaubens waren, die Orga 
nisation des Volksschulwesens in Preußen sei gut und mustergültig, gewaltig 
gegen den Strich gehen mußte. Auch kann ich mir denken, daß manche von 
diesen Leuten, die gegenüber den Bestrebungen, wie sie in den fortschrittlich 
gerichteten Kreisen des Lehrerstandes, in der fortschrittlichen Presse und durch 
die Vertreter der äußersten Linken im Reichs- und Landtage zum Ausdruck 
kommen, es für ihre heilige Christenpflicht hielten, streng konservativ zu 
bleiben, und alle Reformvorschläge von jener Seite als unchristlich und verderblich 
zu bekämpfen sich verbunden erachteten, schon durch den Titel des Buches in 
eine gereizte Stimmung kommen mußten, und nun nicht mehr fähig, mit Ruhe 
und Besonnenheit die 300 Seiten zu lesen, zu dem Urteil kamen: „Die Sache 
ist offenbar einseitig und leidenschaftlich behandelt und geeignet, 
manchem braven Lehrer den rechten Standpunkt zu verschieben." 
*) Wie bedauerlich sind solche Kollisionen! Ob es sich nicht ermöglichen 
ließe, dergleichen zu beseitigen? Auch der Kirchengesang-Tag kollidiert mit dem 
Schulkongreß und desgleichen wohl die Hauptversammlung des Gustav-Adolf- 
Vereins. Ko.
	        

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