Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

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Der Zweigverein Stettin im Jahre 1882. 
unsere eigene Vernunft und Kraft erreichen können (3. Artikel). Nun 
können sich der Landmann und der Arbeiter nicht zu gnostischen und phi 
losophischen Systemen versteigen, durch die sich gelehrte Leute hin und 
wieder in einen Scheinfrieden eingelullt haben: das Volk muß unter 
gehen, wenn ihm nicht der Satz von Jugend an zur unumstößlichen 
Wahrheit in seinem Innern geworden ist: „Jesus Christus hat mich er 
löst!" — Der Frevler giebt es genug, die mit Rousseau beweisen wollen, 
daß „Religion und Glauben anerzogene Vorurteile", daher nicht von Be 
deutung für irdisches Glück (denn an „ewiges Leben" glauben diese Leute 
doch gar nicht!) seien, wie es sich an den Völkern des Altertums auch 
nachweisen lasse. Diese Lügen sagen, soweit ist es gekommen, manche 
Väter ihren Kindern, wenn sie Spruch, Lied und Geschichte für die 
nächste Religionsstunde lernen! — Das kurze Wort vom Kreuze ist nun 
die beste Waffe dagegen; es übt wie das „Alle guten Geister !" 
des Mittelalters den besten Zauberbann aus über alle Teufel um und 
in uns. Es soll das Schibboleth sein im Gewirre der Welt, das Sauer 
im Teige, die Würze des Lebens in Freud und Leid, die grünende Oase 
in der Wüste des Unglaubens, soll den Christen treiben, seine Triebe 
und Talente zu heiligen in Gott, in seinem und Christi Gnadenreiche 
zu leben in Unschuld und Heiligkeit, wie das im 4. Hauptstück noch 
weiter ausgeführt wird. — Durch dieses Nahebringen des Stoffes führt 
der Lehrer die Schüler ins „Bekenntnis der Gemeinde" ein und kräftigt 
sie zugleich festzuhalten an diesem Bekenntnisse und die wunderbaren 
Wirkungen dieses Festhaltens an sich zu erleben, sich zum Heile, anderen 
zum Vorbilde, damit „der Geist des wahren Christentums" immer mehr 
Herrschaft erlange im religiösen, nationalen und sozialen Leben. (S. 
Joh. Heermanns Lied: „Jesu, deine tiefen Wunden!" auch Pestalozzi, 
„Schwanengesang" § 139.) Freilich gehört dazu, solche Erfolge zu er 
zielen, (Hebräer 13, 7) ein guter Lehrer, der ein Leben führt, welches 
eines Erlösten würdig ist, außerdem die rechte katechetische Geschicklich 
keit und endlich Gottes heiliger Geist mit seinem reichen Segen. (Psalm 
90, 17.) 
Der Zweigverein Stettin im Jahre 1882. 
Jahresbericht vom zweiten Ordner des Zweigvereins, Oberlehrer Jobst. 
Die Thätigkeit des Stettiner Zweigvereins hat sich auch in dem 
letzten Jahre wesentlich auf die Verhandlungen in den monatlichen
	        

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