Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

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Heintze. Die Aussprache 
Aix, Ar ras, Reims (spr. rällngL*), Brest. Dagegen sind zwei 
Konsonanten stumm in Doubs, Angers. Caen ist zu lesen cäng, 
Laon läng, Bayonne ba'iön. 
Bei den Flußnamen Rhone, Saone, Seine rc., wo die französische 
Aussprache lautet ron, sson rc., ist natürlich die Hinzufügung eines e zu 
gestatten, wie wir diese Endung bei den weiblichen deutschen Flußnamen 
gewohnt sind. Bei Dunkerque aber ist entschieden die schöne deutsche Form 
Dünkirchen (Kirche auf der Düne) zu bevorzugen. 
So auch in der französischen Schweiz: Sitten für franz. Sion, 
welches in Klammer dahinter stehen mag, Martinach (Martigny), 
Jfferten (Iverdun), Neuenburg (Neuchätel), Genf, Bruntrut (Poren- 
truy) — und in Belgien, wo die deutsche Form allein genügt bei Ant 
werpen, Brügge, Brüssel, Gent, Lüttich, Mecheln, während 
die flämische neben Tournay und Courtray nicht fehlen darf: Doornik, 
Kortryk. 
Auf eigentlich deutschem Sprachboden wäre hier noch Lützelburg 
zu erwähnen, welches seit 1871 neben der französierten Form Luxem 
burg wieder Geltung gewonnen hat; ebenso in Deutsch-Lothringen 
Diedenhofen, Saargemünd u. v. a. 
Englisch. 
Biel schwieriger ist die englische Aussprache, besonders der Eigen 
namen, zu handhaben (s. das zu Eingang Bemerkte). Es sind weniger 
die Konsonanten, welche Schwierigkeit verursachen — nur etwa die im 
Deutschen erloschene Aspirata th wäre hier zu nennen —; es sind die 
Vokale, welche großenteils eine so ganz andere Aussprache als in: 
Deutschen haben, dazu in einer Fülle von Mittel- und Zwischentönen 
schillern, die im Deutschen schwer oder gar nicht bezeichnet werden kann. 
Um so weniger darf man, wenn man sich auch im allgemeinen an das 
eingeführte Lehrbuch hält, hier peinlich sein, zumal in Klassen, in welchen 
kein Englisch getrieben wird. 
Durch eingebürgerte deutsche Formen wird die Sache nur in geringem 
Maße erleichtert, da es, abgesehen von den drei Ländernamen England, 
Schottland, Irland, denen sich in den Kolonien Neu-Schottland, 
Neu-Braunschweig, Neu-Seeland anschließen, sehr wenig solcher 
Formen gibt, wie London oder auch Lond'n (statt des engl, löndn), 
Themse. Man könnte aber dies Gebiet erweitern; denn warum soll 
*) ng bezeichnet hier das nasale n.
	        

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