Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

Der Zweigverein Stettin im Jahre 1882. 
23 
Sitzungen beschränkt. Die Juli-Sitzung fiel wie gewöhnlich aus, infolge 
besonderer Umstände auch die April-Sitzung. Als einen Ersatz könnte 
man zwei gesellschaftliche Vereinigungen ansehen, von denen die eine, an 
welcher auch Damen aus dem Kreise der Mitglieder teilnahmen, vor 
den Juli-Ferien in einem Garten außerhalb der Stadt, die andere vor 
den Oster-Ferien in einem Hotel stattfand, wo ein gemeinschaftliches 
Abendessen abgehalten wurde, und zwar zu Ehren des Hauptordners 
unseres Schulvereins bei seiner Übersiedelung nach Treptow a. R. War 
ihm, der ja bis dahin auch den Stettiner Lokalverein geleitet hatte, in 
der letzten Monatssitzung mit warmen Worten durch Rektor Bischofs 
Anerkennung und Dank ausgesprochen worden für seine aufopfernde Treue 
und sein erfolgreiches Geschick bei der Leitung, so hob bei dieser Ge 
legenheit Superintendent Lic. Hoffmann, der nunmehrige erste Ordner 
des hiesigen Zweigvereins, in längerer Rede hervor, wie der Scheidende 
sich um den Stettiner Verein verdient gemacht, wie eifrig er das Vereins 
leben gefördert und wie er, ausgerüstet mit hervorragenden Gaben des 
Geistes und mit umfangreichem Wissen, es verstanden habe, die Ver 
handlungen anregend zu gestalten und gewandt zu leiten. Der Gefeierte 
erwiderte auch hier mit bewegtem Wort, und erwidern mußte er an 
diesem Abend noch manches Mal; denn unter den ihm zum großen Teile 
auch persönlich näher stehenden Gliedern der zahlreichen Tischgenossenschaft 
fand sich manch redekundiger Mann, und neben dem Bedauern über 
seinen Fortgang drängte doch auch die Freude über die Anerkennung, 
welche in der Berufung zu einer bedeutungsvolleren Stellung lag, zu 
mannigfaltiger Aussprache. 
Monatliche Sitzungen sind in dem abgelaufenen Jahre also zehn 
gehalten. Wenn die Anzahl der Besucher auch geschwankt hat, ist sie 
doch stets eine derartige gewesen, daß sich an das jedesmalige Referat 
eine rege Besprechung anschließen konnte. Über diese Referate und Be 
sprechungen sollen im folgenden auf Grund der mehr oder minder aus 
führlichen Protokolle einige Andeutungen gegeben werden. 
Ju der Januar-Sitzung wurde ein Gegenstand zum Abschluß 
gebracht, der schon eine Reihe von Sitzungen des Jahres 1881 in An 
spruch genommen hatte. Oberlehrer Jobst referierte im Anschluß an 
eine Reihe von Thesen über die Pflege der Phantasie bei der 
Jugend. Nachdem früher das Wesen dieser Geisteskraft behandelt 
war und im Zusammenhange damit der ihr eigentümliche Reiz, nachdem 
weiterhin besprochen war, ob und wie sie in der Schule zu ihrem Rechte
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.