Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

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Wille: Über das Zusammenwirken von Schule re. 
16. Alle Erziehung muß sich auf Autorität stützen; daher müssen 
Eltern und Schule für das Kind unbedingt Autoritäten sein und bleiben. 
17. Daraus folgt, daß die Schule die Autorität des Hauses, das 
Haus die der Schule zu respektieren, zu unterstützen und zu stärken hat. 
18. Das geschieht, wenn einerseits Schule und Haus Unehrerbietig 
keit gegen den andern Teil weder sich selbst zu schulden kommen lassen, 
noch auch bei den Zöglingen dulden; wenn andererseits Schule und Haus 
der Ehrerbietung gegen den andern Teil sowohl sich selbst befleißen, als 
auch von den Zöglingen fordern. 
19. Das geschieht ferner, wenn einerseits Schule und Haus sich nicht 
in solche Angelegenheiten des andern Teiles mischen, in denen dieser allein 
kompetent ist; wenn andererseits ein Teil des andern gerechte Anforde 
rungen gerne anerkennt, ihnen selbst willig folge gebe und sie bei den 
Zöglingen kräftig unterstützt. (Haus- und Schulordnung, häusliche Ar 
beiten, Fleiß, Pünktlichkeit, Reinlichkeit u. s. w.) 
20. Die Schule unterstützt das Haus bei der Erziehung, wenn sie 
sich maßvoll um das Ergehen der Zöglinge und ihrer Angehörigen be 
kümmert und an ihren Freuden und Leiden liebevoll teilnimmt. 
21. Umgekehrt ebenso, bezüglich des Verhaltens der Schuleltern 
gegen Person und Familie des Lehrers. 
22. Das Haus unterstützt die Schule bei der Erziehungsarbeit, 
wenn es sich gerne zur Teilnahme an öffentlichen Schulangelegenheiten, 
wie Prüfungen, Schulfeiern, Schulfesten u. drgl. heranziehen läßt. 
23. Kann die Schule bei der Erziehung auch nicht durchweg in 
demselben Maße wie das Haus den individuellen Veranlagungen und 
Begabungen der jungen Menschenkinder Rechnung tragen, so wird sie 
dieselben doch auch nicht ganz übersehen dürfen. 
24. Die Schule muß auch außer der Schulzeit ihr Auge auf die 
Zöglinge richten und darf deren Umgang, Arbeiten, Thun und Treiben 
nicht ihrer aufmerksamen und liebevollen Überwachung entgehen lassen; 
allerdings mit der Beschränkung, soweit dies möglich ist. 
25. Die Schule hat die Pfficht, gegebenen Falles störenden Vor 
urteilen, falschen Beurteilungen und Mißverständnissen bei den Schuleltern 
durch direkte und indirekte Einwirkungen auf dieselben entgegenzutreten 
und jene schädlichen Einflüsse möglichst zu beseitigen. 
26. Bei den älteren Kindern soll eine regelmäßige und lebendige 
Teilnahme an den öffentlichen Gottesdiensten angestrebt und erwirkt werden. 
27. Bei sittlichen Vergehen der Kinder (Geschlechtssünden rc.), deren
	        

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