Full text: Evangelisches Monatsblatt für die deutsche Schule - 3.1883 (3)

über die dortigen Schulverhältnisse. 
67 
Dietz-Löwe veranlaßten, welcher, soweit dem Redner bekannt, mit der Ver 
urteilung des Herrn Löwe endete; ferner an die Mitteilungen des Hof 
predigers Stöcker im Preußischen Abgeordnetenhause über seine Erfah 
rungen mit der Geschichte des Königs Hiskias und deren Folgen; sowie 
an den „Schuß an der Jnvalidensäule", welcher zu so mannigfachen 
Beleuchtungen der Berliner Schulverhältnisse in der Presse wie in Ver 
einen und im Parlamente Veranlassung geboten. 
Das alles genügt aber noch nicht, fuhr der Redner fort, zur 
Motivierung des Umstandes, daß auch unser Verein die Berliner Schul 
verhältnisse auf die Tagesordnungen seiner Sitzungen bringt, und es liegt 
uns deshalb vor allen Dingen die Pflicht ob, dieses unser Verfahren 
vor der Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Dieser Verpflichtung vermögen 
wir jedoch in sehr leichter Weise Genüge zu leisten. Unser Verein ist, 
wie schon sein Name besagt, ein „Schulverein" und hat als solcher nicht 
nur ein Recht, sondern sogar die Verpflichtung, Schulverhältnisse zu 
besprechen. Nach § 1 seiner Statuten bezweckt der Deutsche Evange 
lische Schulverein aber auf allen Gebieten der Erziehung und des Unter 
richts die eigentümlich deutsche Art in inniger Verbindung mit der 
evangelischen Wahrheit, wie dieselbe in der heiligen Schrift geoffenbart 
ist, zur vollsten Geltung bringen zu helfen, und demnach hat unser 
Lokalverein also auch ein Recht, sich die Berliner Schulverhältnisse auf 
ihre Beziehungen zur Pflege echt deutscher Gesinnungen und positiven 
evangelischen Christentums anzusehen. Freilich werden wir dabei, unserer 
gesamten Welt- und Lebensauffassung entsprechend, wohl zu anderen 
Resultaten gelangen als andere; aber wir wollen deshalb doch durchaus 
nicht demonstrativ, sondern vielmehr recht ruhig und objektiv bei unseren 
Untersuchungen zu Werke gehen. 
Redner gedenkt nun zunächst der im großen und ganzen für seine 
Aufgabe, ein allgemeines Referat zu liefern, recht wenig ergiebigen Mit 
teilungen, welche der Leiter des Berliner Elementarschulwesens, Stadt 
schulrat Bertram, in einem von ihm am 26. Februar 1878 gehaltenen 
Vortrage über die Berliner Gemeindeschulen*) gemacht hat, und wendet 
sich sodann zu den Ressortverhältnissen der Berliner Schulen. 
Sämtliche Berliner städtischen und Privatschulen, und zwar höhere 
wie niedere, sind der' Schuldeputation des Magistrats unterstellt, welche 
aus einem juridisch gebildeten Stadtrat als Vorsitzenden, zwei Schulräten, 
von denen der eine das niedere und der andere das höhere Schulwesen 
*) Bertram: Das Gemeindeschulwesen der Stadt Berlin. Berlin 1878. 
5*
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.