Full text: Rheinischer Schulmann - 2.1884 (2)

Eine Präparation aus der deutschen Geschichte. 
Bon I. Honke, Lehrer in Berg (Waldbröl). 
(Schluß). 
Denken. 
a) Vergleichung. 
I. Vergleiche die Zeit des Faustrechts 
mit der Zeit vov Heinrich I.! 
a) Welches Gemeinsame? 
1. das Streben nach Freiheit; 
2. der Herrscher hatte keine Macht; 
3. die Fürsten bekämpften sich; 
4. die Zwietracht hatte den höch 
sten Grad erreicht. 
b) Welche Unterschiede? 
Dort: 1. das Volk war frei; 
2. äußere Feinde bedräng 
ten Deutschland; 
3. die Herzöge stritten 
mit dem Könige; 
4. bei den Landständen 
warnoch Mannentreue. 
Hier: 1. das Volk bestand zu 
meist aus Leibeigenen; 
2. keine äußeren Feinde; 
3. die unteren Stände 
wurden bedrückt; 
4. die Landstände be 
kämpften die Reichs 
stände. — 
II. Vergleiche die Zeit des Faust 
rechts mit der Zeit vor Saul! 
Gemeinsames: 1. Innere 
Zwietracht; 
2. ungerechte Herren. 
Unterschiedliches: Dort 
äußere Feinde und ein ver 
zagtes Volk. 
Hier keine äußeren Feinde, 
aber ein bedrücktes Volk; 
doch die gebildeteren 
Städter erkämpfen sich 
Freiheit, und die ungebil 
deten Bauern unterliegen 
in ihrem Kampfe. — 
b) Zusammenfassung. 
I. Stelle die gefundenen Lehren 
zusammen. 
1. Wie dieHerren—so die Diener. 
2. Wenn die Katze nicht zuhause 
ist, dann tanzen die Mäuse 
auf Tischen und Bänken. 
3. Einigkeit macht stark. 
4. Gerechtigkeit erhöhet ein Volk, 
aber die Sünde ist der Leute 
Verderben. 
II. Fortsetzung der Tabelle. 
919—936: Heinrich I. von 
Sachsen. 
933: Die Ungarnschlacht bei 
Riade. 
936—973: Otto der Große. 
955: Die Ungarnschlacht auf 
dem Lechfelde. 
1077: Heinrich IV. und Gre 
gor VII. (Kanossa). 
1099: Eroberung Jerusalems 
(Kreuzzüge). 
1152—1190: Friedrich Rot 
bart (Hohenstaufe). 
—1250— Die Zeit des Faust 
rechts (Interregnum - Zwi 
schenreich). 
Einprägen. 
Anwenden. 
a) Wiederholung. Hervorheben 
der Hauptpunkte. 
In der Zeit nach dem Untergange 
der Staufen, um die Mitte des 13. 
Jahrhunderts, herrschten in Deutsch 
land fremde Fürsten, die sich aber nicht 
um ihre Regentenpflichten kümmerten. 
Da begann im Reiche eine große Ver 
wirrung. Die Stände strebten nach 
Rechten und Freiheiten, aber nicht nach 
wahrer Freiheit, sondern nach Willkür. 
Das zeigte sich darin, daß die beiden 
untersten Stände hart bedrückt wurden. 
Die Städte wußten sich der Ungerech 
tigkeiten zu erwehren. Die Bauern, 
welche das auch versuchten, machten 
dadurch ihre Lage noch schlimmer.
	        

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