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dem versammelten Lehrerpersonal unb|
den Kindern dnrch den Kreisschulin
spektor Esch, vereinigten sich zirka 130 !
Damen der Stadt zu einem festlichen i
Abschiedsgruße im Saale des Herrn 1
Well. Hier wurde von einer früheren
Schülerin der Gefeierten der folgende
Prolog gesprochen:
1.
So laß uns wieder Dir ins Auge schauen,
Wie wir es selig einst als Kind gethan;
Als wir in frohem, kindlicheni Vertrauen
In dir den Leitstern jeder Tugend sah'n,
Und sah'n aus deinem Aug' den Himmel
blauen
Und Segen fleh'n auf unsre Lebensbahn. -
Des wollen rühmend heute wir gedenken
Und betend unser Herz nach oben lenken.
2.
Du hast das hehrste Frauenlos erlesen
Als deines Erdenlebens hohes Ziel:
Selbstlos zu lieben wie ein göttlich Wesen.
Darauf ein Gnadenstrohl des Himmels fiel.
Und wie du diesem Ziele treu gewesen,
Das ist es, was ich jetzo künden will.
Will all den Frauenherzen Worte leihen,
Die. dich zu ehren, hier sich um dich reihen.
3.
Mit Kinderunschuld zu dem Herrn zu beten,
Und ihn zu ehren als das höchste Gut,
Ihm zu vertrau'n in allen bangen Nöten,
Der uns erkauft mit seinem heil'gen Blut,
Mit Demut stets nur in sein Haus zu treten
Und treu zu harren in des Glaubens Hut:
Das wiesest du den Kinderherzen allen,
Das ist dein eigne« frommes Erdenwallen.
4.
Dem Vaterlande heiße Lieb zu wahren,
Bis einst das Herz im letzten Kampfe bricht,
Dem Kaiser Treu in Freuden und Gefahren,
Das, lehrtest du, sei eine heil'ge Pflicht.
Drum Ihr, die Ihr nun Mütter schon seit
Jahren,
Ihr Schwestern, o vergeßt der Lehre nicht
Lehrt eure Söhne, treu zum Kaiser stehen,
Die Mädchen, fromm für ihn zum Himmel
flehen!
Dein Brot zu brechen mit verschämten Armen,
Das ist Bedürfnis dir und stille Lust.
Du träufelst segnend göttliches Erbarmen
In manche grambeschwerte Menschenbrust.
Manch' Kind an deinem Herzen durft er
wärmen,
Das nimmer noch von Mutterlieb gewußt,
So gehst du wie ein Engel mild durchs Leben
Und lehrst uns, freudig trösten, lieben, geben.
6.
Viel' Kinder, die zu deinen Füßen saßen,
Sind Gattin heut und Mütter hochgeehrt,
Und wissen dich zu preisen ohne Maßen,
Daß du sie Treu' und Sanftmut hast gelehrt,
Daß für des Lebens harte, steile Straßen
Du sie mit frommem Mute hast bewehrt.
Und deren Kind schon lauscht aus deinem
Munde
Der Himmels- und der Erdenweisheit Kunde.
7.
Die schönsten Pfade zeigt dein Leben denen,
Die nicht entzündet einen eignen Herd
Und nicht an eines Mannes Schulter lehnen.
Das Weib erweist erst seinen wahren Wert,
Das. fern von allem irren Erdensehnen,
Um Gotteslohn nur fremdem Kummer wehrt,
Solch Frauenherz ist echte Himmelsgabe,
Von Gott gesandt der Erdennot zur Labe.
8.
So laß uns wieder dir ins Auge schauen,
Wie wir es selig einst als Kind gethan,
Als wir in frohem, kindlichem Vertrauen
In dir den Leitstern jeder Tugend sah'n,
Und sah'n aus deinem Aug' den Himmel
blauen
Und Segen fleh'n auf unsre Lebensbahn.
Dein Vorbild soll, ein Engel, uns umschweben
Und frohen Mut in Lust und Leid uns geben.
Hochscheidt.
VIII. Vermischtes
Rheinische Volkslieder. Wenn !
nicht bald unsere Volkslieder, die
schönsten Perlen unseres deutschen Ge
mütslebens, gesammelt werden, ver
stummt eins nach dem andern. Und !
grade gilt dies von unsern liederreichen
rheinischen G e g e n d e n. Wenn
auch die Werke von L. Erk, Simrock,
v. Zuccalmaglio eine große Anzahl
rheinischer Volkslieder enthalten, so hat ,
doch wohl eine größere Zahl eine Ver
öffentlichung noch nicht gefunden. Der
königliche Seminar- und Musiklehrer
Karl Becker in Neuwied, Heraus
geber der in Deutschland uild im Aus
lande weitverbreiteten Liedersammlung
„Deutscher Männerchor" (16
Hefte), ist darum schon seit Jahren
beschäftigt, eine reichhaltige Sammlung
von rheinischen Volksliedern