Full text: Quartalheft der Katholischen Schulzeitung - 1.1878 (1)

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zum Selbstunterrichte sein und einen Lehrgang nebst»Material für Fortbildungsanstalten 
enthalten. Es bringt u. a. Waarenkunde, Handelsgeographie und Geschichte, ist aber — 
abgesehen von den schwülstigen, oft geradezu lächerlichen Phrasen, mit denen es gespickt ist — 
für Katholiken seiner tendenziösen Färbung wegen ungenießbar. 2. Besser ist „Lettau, 
Realienbüchlein für einfache Schulverhältnisse" (Leipzig, Peter's Verlag), 
das seiner Bestimmung ganz entspricht. 3. Der „Leitfaden" v. Backhaus erschien in 4. Aust. 
i. Zeichnen« 
1. Den österreichischen Verordnungen vollständig entsprechend und daher für die 
dortigen Lehranstalten willkommen ist Jelinek's „Lehrgang für den Zeichen 
unter richt an Volks- und Bürgerschulen" (Wien, Pichler's We,). Die Motive 
sind im allgemeinen correct und geschmackvoll und die Ausstattung läßt nichts zu wünschen 
übrig. 2. Weniger empfehlenswerth dürfte Wolter's „kleine Farbenlehre" sein, 
für deren Erscheinen durchaus kein Bedürfniß vorliegt. 
k. Musik. 
1. Ein zwar fleißig gearbeitetes, aber durch tendenziöse, unwahre Sätze vergiftetes 
Werk ist „Wangemann-, Grundriß der Musikgeschichte" (Magdeburg, Hein 
richshofen). Schade, daß der culturkämpferische Ton, welchen der Verfasser anschlägt 
und welcher sich in einem der kirchlichen Kunst dienenden Buche tu der That sehr sonderbar 
ausnimmt, dasselbe für katholische Musikfreunde unbrauchbar macht. 2. Dagegen ist ein 
kleines, nettes Liederbüchlein sehr zu empfehlen, das den Titel „Kleiner Liederkranz" 
führt und den vollständigen Text (ohne Noten) von 109 der besten deutschen Volkslieder 
enthält, welche mit der größten Sorgfalt in Bezug auf das jugendliche Zartgefühl aus 
gewählt sind. Es ist bei Reidel in Gau-Algesheim erschienen. 3. Endlich erwähnen 
wir noch Blied's „Hosianna" (Cöln, Schwann), eine Sammlung mehrstimmiger 
Kirchenlieder für Kirchenstimmen als ebenfalls gut verwendbar. * 
1. Jugendschriften. 
An Erzählungen für die katholische Jugend hat uns das verflossene Jahr (so weit 
erstreckt sich unser Rückblick in dieser Branche) nicht sonderlich bereichert. Die bemerkens- 
werthesten sind: 1. „Rolfus, der junge Bildschnitzer" (Mainz, Kupferberg), 
7. Bändchen des „Jugendspiegel", recht warm und anziehend geschrieben, darum allen 
Jugendbibliotheken zu empfehlen. 2—5. Vier neue Erzählungen von Paul Hermann 
als Fortsetzung der „Rosen und Dornen für die liebe Jugend" und zwar: „Kamin 
feger und Leiermädchen" — „Der junge Musikant" — „Aus Schloß und 
Hütte" und „Die ungleichen Brüder", können ebenfalls als gelungen bezeichnet 
werden. Näheres darüber wird unser ,Literaturblatt' demnächst bringen. 6. Kuhn, 
„die Zigeunerhütte am Rohrsee" (Augsburg, Kranzfelder) ist mehr für die reifere 
Jugend und das Volk berechnet und wird durch seinen lehrreichen Inhalt in diesen Kreisen 
gewiß Gutes wirken. 7. Lehmann, „der Graf von Valfort" paßt ebenfalls für 
Jung und Alt und macht der bekannten Gewandtheit des Verfassers alle Ehre. 7. Bren 
tano' s liebliches Märchen „Gockel, Hinkel und Gackeleia" ist bei Benziger (Einstedeln) 
in neuer Auflage .mit guter Ausstattung erschienen. — Die übrigen noch verzeichneten 
Jugendschriften sind verschiedenen Inhaltes: 8. Weißenhoser, „das Hirtenmädchen 
von Lourdes" (Wien, Hirsch), ist ein Schauspiel, das weiblichen Instituten gute Dienste 
leistet. 9. Das „Pius büch lein für Kinder" (Donauwörth, Auer) enthält einzelne 
Züge aus dem Leben Pius IX. 10. Liessem, „Gedichte und Festgrüße für die 
Kleinen" (Cöln, Bachem) sollte im Hinblicke darauf, daß es zahllose protestantische 
Werkchen dieser Art gibt, möglichst verbreitet werden. 11 u. 12. Endlich seien noch an 
letzter Stelle zwei in unserem eigenen Verlage (Auer) erschienene Kalender: „Taschen- 
kalender für die studirende Jugend" von Neman und „Kinderkalender" 
erwähnt, die im Interesse der Jugenderziehung in recht viele Hände zu kommen ver 
dienen. 
Verantwortlicher Redacteur: I. M. Herberich in Donauwörth.
	        
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