Full text: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung - 14.1870 (14)

Beilage zum Evangelischen Schulblatt. 
Deutsche Schulzeitung. 
1. März 1870. 
Corrcspondcnzen. 
Göttingen. (Lehrerversammlung am 29. Sept.) Der Lehrerverein in den 
Fürstenthümern Göttin gen und Grubenhagen hält alljährlich 2mal seine Haupt 
versammlungen, gewöhnlich in Northeim, abwechselnd auch in andern Städten, na 
mentlich in Göttingen. Er zählt etwa 200 Mitglieder und die Versammlungen werden 
von 80—150 Mitgliedern besucht. Ein Pestalozzi-Verein wurde vor drei 
Jahren gegründet, allein die Betheiligung daran läßt nach den Mittheilungen des 
Rechnungsführers in der letzten vom 29. Sept. zu Göttingen abgehaltenen Versamm 
lung noch vieles zu wünschen übrig. Zwar sind vom Vorstande mehrere kleinere Schrif 
ten (Schönschreibevorlagen und Liederbücher) zum Besten des Pestalozzi - Vereins her 
ausgegeben, allein dieselben wollen nicht recht ziehen, theils weil sie nicht auf gemein 
samen Beschluß der Versammlung und unter Mitwirkung tüchtiger dazu vom Vereine 
ernannter Kräfte herausgegeben worden sind, theils weil sie, namentlich die Vorschriften, den 
Erwartungen und Bedürfnissen vieler hies. Lehrer nicht entsprechen. Uebrigens hofft der 
Vorstand die Erlaubniß zur Colportage dieser und ähnlicher Sachen zum Besten des 
P.-V. von der Landdrostei zu erhalten. Da in den Gemeinden das Interesse mehr 
und mehr ertvacht oder dasselbe geweckt werden muß, so wäre die Wirksamkeit des Ost 
friesischen Pestalozzi-Vereins andern als Vorbild zu empfehlen, der nach seinem letzten 
Jahresberichte namentlich durch Sammlung in den Gemeinden eine jährl. Ein 
nahme von c. 1000 Thlr. erzielt, bei noch nicht 400 Lehrer gewiß sehr ansehnlich. 
Uebrigens glauben wir, wird der hies. P.-V. schwerlich zu einer gesegneten Wirk 
samkett kommen, wenn er sich nicht dem benachbarten größeren und blühenden Hildes 
heimer Verein anschließt, wofür hier auch immer mehr Stimmen laut werden. Die 
P.-Vereinsangelegenheit verdient auf die nächste Tagesordnung gestellt zu werden. 
Im verwichenen Frühjahr hatte der Revisionsausschuß der Lehrer-Witt wen- 
und Waisenkasse zu Hannover, auf sorgfältige Berechnungen gestützt, bei der Re 
gierung den Antrag auf erhebliche Erhöhung der Pensionssätze beantragt. Da aber 
leider vom K. Ministerium eine abschlägige Anttvort ohne weitere Motivirung erfolgt 
ist, so beschloß die Versammlung, ihren bisherigen tüchtigen Deputirten in der Sache, 
den Lehrer Wegener aus Göttingen, zu der am 6. und 7. Oct. stattfindenden allgem. 
hannov. Lehrerversammlung nach Cclle zu senden, damit er dort im Vereine mit den 
Vertretern anderer Vereine energische Schritte in der Sache thue. Es handelt sich hier 
um wichttge Dinge. Der Revisions - Ausschuß hatte nämlich unter andern folgenden 
Anttag bei der Regierung gestellt: „ Es möge aus dem Haupffonds der Kasse eine 
Erhöhung der ursprünglichen statutenmäßigen Pensionssätze von resp. 12, 18 und 24 
Thlr. aus 18, 27 und 36 Thlr. vom 1. Juli 1869 an angeordnet werden, und da 
neben ebenfalls vom 1. Juli 1869 an die aus dem Reservefonds erfolgende Zulage 
zu jeder Pension von jetzt insgesammt 3**2 Thlr. auf 4 erhöht werden, so daß also
	        

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