Full text: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung - 14.1870 (14)

Lehrerwahl. 
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1. kommt es äußerst selten vor, daß die im Bezirk ansässigen Glieder des Wahl 
collegiums den auswärtigen gegenüber in der Minorität sind, wie dies in W. der 
Fall war. Für gewöhnlich gestalten sich im Gegentheil unsre Wahlcollegien, die aus 
den Pastoren der Gemeinde, dem Bürgermeister, den übrigen Gliedern des Schulvor 
standes (2) und den Eingesessenen des Schulbezirks, die im Presbyterium gesessen 
haben oder noch sitzen, zusammengesetzt sind, so, daß sich die weit überwiegende Majori 
tät im Schulbezirk findet. Allerdings wäre immerhin zu wünschen, daß die Wähler 
durch die Art der Bildung des Wahlcollegiums mehr daran erinnert würden, daß sie 
als solche lediglich die Interessen der Schule zu wahren haben. Es ist leichtlich etwas 
Anderes, wenn Leute qua Presbyter einen Lehrer wählen, oder wenn sie dies qua 
Vertreter der Schulgemeinde thun. 2. geht aus dem Begleitschreiben des Herrn Ein 
senders hervor, daß die in Mülheim leider noch üblichen Proben auch für diese Wahl 
nicht ohne üble Folgen gewesen sind und in gewiffer Weise die Unzufriedenheit mit ver 
schulden. Die Leser sind mit diesem Modus durch den Artikel in Nr. 7 d. Schlz. 
bekannt. Zehn Lehrer waren nun in W. zu einer Probe eingeladen. Als die Proben 
abgehalten waren, wurden die Wähler in einer Sitzung aufgefordert, sich über der 
Eindrücke, die die Probenden auf sie gemacht, auszusprechen, um so einige derselben 
für die Wahl noch besonders in's Auge fasten zu können. Bei dieser Gelegenheit gab 
einer der im Bezirk ansässigen Wähler die sehr verständige Erklärung ab: Im Allge 
meinen kann ich nicht sagen, daß von den Zehnen Einer so hervorragend geprobt hat, daß 
die Andern dadurch verdunkelt seien, und umgekehrt kann ich auch nicht sagen, daß 
Einer so mißfallen hat, daß ich ihn könnte fallen lasten. Was ich aber schon 
früher gesagt, dabei bleibe ich stehen: Es ist mir unmöglich, einen 
Lehrer in dieser Weise bei nur einer Stunde Zeit zu taxiren. Z. ist 
noch zu bedenken, daß die Minorität sich hier in einer ähnlichen Lage befand, worin 
sich die Schulvorsteher und-Jnterestenten in den Städten befinden, wo sämmtliche Lehrer 
wahlen durch ein Schulcollegium, wie z. B. in Elberfeld, gethätigt werden. Die 
lebendigen Glieder der Schulgemeinden fühlen leicht heraus, daß die Glieder des Colle 
giums, soweit sie bei der Besetzung der vacanten Stelle nicht unmittelbar interestirt 
sind, unmöglich das Interesse für den Ausfall der Wahl haben können, was sie haben. 
Jede Nichtachtung eines ausgesprochenen Wunsches der unmittelbaren Interessenten in 
Betreff der Wahl wird deshalb mit Recht doppelt übel vermerkt. 
H. 
„Sieben Gebete in Kriegesnoth für Alle, die Herz und Hände erheben daheim 
und im Felde." 
So will ich nun, daß die Männer beten 
an allen Orten, und aufheben heilige Hände, 
ohne Zorn und ohne Zweifel. i.Tim. 2, 8. 
An die Lehrer! 
Ist auch ein Unglück in der Stadt, das der Herr nicht thue? — Das größte 
irdische Unglück aber ist der Krieg, auch der gerechte, — Noth und Tod, Theuerung, 
Brand und Pestilenz sind in seinem Gefolge. Allein der Krieg steht in keines Men 
schen Hand, sondern in der Hand Desten, der die Herzen der Könige und der Völker 
lenket wie Wasterbäche, der Krieg ist eine Züchtigung und Strafe Gottes, — eine 
Züchtigung für die, welche sie in Demuth annehmen, eine Sttafe für die, welche 
Seine Stimme nicht hören mögen. Sind wir denn Kinder des Vaters im Himmel, 
so lasset uns uns demüthigen unter Seine gew^altigeHand, damtt Er uns 
errette und erhöhe zu Seiner Zeit. Lasset uns Herz und HändezuJhm.aufheben,
	        

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