Full text: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung - 18.1874 (18)

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Deutsche Schulzeitung. 
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überreiche empfindende Wesen der Mädchen durch die Gegenwart der Knaben und 
ebenso die Roheit der Knaben durch die Anwesenheit der Mädchen gemildert und 
zurückgedrängt wird. 
Es ist viel Frische und Tüchtigkeit in dem Schweizer Unterrichtswesen, das 
trat mir auch an andern Orten entgegen. Daß der sogenannte Liberalismus sich 
dabei Geltung verschafft hat, ist nicht zu verkennen. Schon die an der Spitze der 
3 Stufen des Schul-Religionsunterrichts (der nur ein historischer ist, der dog 
matische verbleibt der Kirche) des „Unterrichtsplanes" stehenden Sätze zeugen da 
von. Da heißt es: 1. Stufe: „Weckung des sittlich-religiösen Gefühls, Ent 
wicklung der einfachsten sittlichen und religiösen Grundbegriffe und Darstellung 
der Nächstliegenden Pflichten des Kindes gegen seine Mitmenschen und gegen Gott." 
2. Stufe: „Einführung in die bibl. Gesch. alten und neuen Testaments und 
Entwickelung weiterer sittlicher und religiöser Begriffe und Urtheile." 3. Stufe: 
„Einführung in den Lehrgehalt des neuen Testaments und einläßlichere Darstel 
lung der Wirksamkeit der Apostel für die Verbreitung des Evangeliums." Doch 
liegen in diesen Bestimmungen auch durchaus keine Hindernisse für den Lehrer, 
den Unterricht mit einer glaubensvollen Ueberzeugung zu ertheilen; auch sind auf 
allen Stufen 3 wöchentl. Religionsstunden angesetzt, während bei uns viele „hö 
here" Schulen deren nur 2 haben. 
Bei der Energie aber, die sich in allen Lebensäußerungen des Volkes in der 
Schweiz kund gibt, hat die Vorbildung der Lehrer und Lehrerinnen in den Staats 
seminaren, die vielen ernsten Christen als für eine christliche Bildung der Jugend 
nicht ausreichend erschien, dieselben zur Gründung freier Seminare getrieben, die 
mit allem Nöthigen ausreichend ausgestattet worden sind. So hat Zürich eine 
Normalschule für Lehrer, die Stadt Bern eine solche für Lehrer (mit 60) und 
eine für Lehrerinnen (mit 70 Zöglingen). Auch bei uns wird die freie Liebes 
thätigkeit die Lehrerbildung immer mehr in die Hand nehmen müssen, wenn über 
all ausreichend und im rechten Geiste für die Schule gesorgt werden soll. Ein 
kleiner Anfang ist ja darin schon mit Präparandenanstalten und Privatseminaren 
gemacht worden. 
Dankbar für so manche Anregung und Belehrung verließ ich das Schulhaus 
auf hoher Alp, um bald nachher meinen Stab wieder der Heimath zuzuwenden 
und zu den gewohnten Berufspflichten zurückzukehren. Bdt. 
Mittheilung an die geehrten Abonnenten: 
Vom 1. Juli 6. an tritt in der Einrichtung unserer Hefte folgende kleine 
Aenderung ein. Die Haupthefte werden anstatt 3 Bogen nur 2 1 /« Bogen 
umfassen, und statt der jedesmaligen 3 Zwischenhefte ä 1 /2 Bogen werden 
deren nur 2 zu je einem ganzen Bogen erscheinen. Die Gesammtbogenzahl bleibt 
also dieselbe. Da es nun aber (der Post gegenüber) nöthig ist, für dieses Jahr 
an den 24 Nummern festzuhalten, so wird je eines der Zwischenhefte, wie dies 
schon früher bisweilen geschehen, eine Doppelnummer erhalten. Zweck dieser Aen 
derung ist, in den Zwischenheften etwas mehr Raum zu gewinnen. 
Die Redaktion.
	        

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