Full text: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung - 20.1876 (20)

Deutsche Schulzeitung. 
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und Fröhlichkeit an alle Lebenserscheinungen heranzutreten, — Mangel an rechter Be 
geisterung für alles Große und Schöne: das ist die Signatur so vieler frühreifen Kin 
der und so vieler früh alt gewordenen Jünglinge und Jungfrauen. Wo liegen die 
Anfänge dieser beklagenswerthen Erscheinung? Vielfach in den Spielstuben; — vielfach 
datiren sie von den Weihnachts- und Geburtstagsfesten her. Wer Ohren hat, zu 
hören, der höre! — 
M. _ n. 
Gncherschau. 
1. Bilder aus der Weltgeschichte. Ein Hülfsbuch beim biogra 
phischen Geschichtsunterrichte für Lehrer und ein Lesebuch für 
Schüler. Von W. Dietlein, Jnspectorder evangelischen Volks 
und Bürgerschulen in Hildesheim. Braunschweig, Verlag von 
Friedrich Wreden. 1871. S. 423. 
2. Geschichte des Preußischen Staates. Nach den besten Quellen 
chronologisch kurz zusammengefaßt, mit Stammtafeln und Ueber 
sichten versehen von Wilh. Ernst. Erster Theil. Von den älte 
sten Zeiten bis zum Regierungsantritte König Wilhelm's. 
Berlin. Verlag von Max Böttcher. S. 183. 
3. Der Krieg des Jahres 1870—1871. Dem deutschen Volke und 
der deutschen Jugend erzählt von Hermann Preß, Schulinspec- 
tor in Elsaß. Neuwied und Leipzig. Verlag der I. H. Heu- 
ser'schen Buchhandlung. S. 127. 
Der Unterricht in der Geschichte soll von ethischer Wirkung sein. 
Das ist seine Bestimmung im Lehrplane, die ihm die hervorragende Stellung 
zugewiesen hat, welche er in demselben einnimmt. Er wird diese Wirkung haben 
und seine Bestimmung erreichen, wenn er davon ausgeht, daß Geschichte Offen 
barung Gottes im Leben der Völker ist, und sich dem gemäß zur Aufgabe 
macht, das Walten Gottes in der Menschheit zur Erkenntniß zu 
bringen, indem er seine Führungen, Fügungen, Strafgerichte rc. in 
den Ereignissen und Schicksalen der Völker erkennen lehrt. Dazu 
ist zunächst nöthig, daß der Unterricht die geschichtlichen Ereignisse und Begeben 
heiten in treuer, anschaulicher, Kopf und Herz erfassender Weise darstelle, dann 
aber auch auf die erkennbaren Ursachen hinweise, aus welchen sie hervorgegangen 
sind, ganz besonders aber die Wirkungen zeige, die sie im Leben der Völker her 
vorgebracht haben. Damit sind die Stufen bezeichnet, auf welcher der Unter 
richt zu der Erkenntniß der Regierung Gottes nach dem Gesetze, 
auf welchem sie beruht, nach der Weise, in der sie erfolgt, nach der 
Absicht, die sie leitet, und dem Ziele, das sie verfolgt, zu führen 
hat. Je klarer und tiefer diese Erkenntniß ist, desto entschiedener und nachhalti 
ger wirkt sie auf das sittliche Gefühl und den sittlichen Willen, desto mehr erreicht 
der Geschichtsunterricht seinen Zweck. 
Nach diesem angegebenen Gesichtspunkte hat der Unterricht von den vielen 
Hilfsmitteln, die ihm angeboten werden, die seinem Zwecke entsprechenden auszu 
wählen und sie zur Lösung der bezeichneten Aufgabe in Gebrauch zu nehmen.
	        

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