Full text: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung - 24.1880 (24)

Korrespondenzen. 
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in diesem Musiknummern zu finden. Als Beilage ist der 1. Nummer ein Kor 
respondenz-Blatt angeheftet, welches kleine Geschichtchen reflektierenden Inhalts 
mitteilen, die mit der durch das „Halleluja" vertretenen Sache in enger Be 
ziehung stehen. 
Der Inhalt der Lesenummern ist nun ein äußerst mannigfaltiger. Da 
finden wir zur bezeichneten Sache gehörige praktisch gehaltene Aufsätze, die sich 
erstrecken über Theorie der Musik, Unterricht in der Musik (besonders Gesang, 
Klavier) — wir finden biographisches — Anregungen und praktische Winke — 
es werden in gedrängter Übersicht Erfindungen, Musikalien besprochen. Da ist 
eine Rubrik, welche für den Unterricht und als Vortragsstücke schon bewährte 
Kompositionen anführt, geordnet nach der Schwierigkeit in 9 Stufen; neue 
Schöpfungen finden eine eingehende, unparteiische Recension u. s. w. Kurz eine 
inhaltsreiche Schrift. — 
Wir wünschen dem Unternehmen von ganzem Herzen — auch um des Volks 
wohles willen — die weiteste Verbreitung, zumal der Preis des ganzen Jahr 
ganges nur 4 Mark beträgt. Zu beziehen durch Post und Buchhandlungen. Die 
beiden ersten Hefte liegen zur Ansichtsendung vor. Man lasse sie kommen, prüfe 
und — man wird sie behalten. Eine unparteiische Feder schließt diese Rezension 
mit den Worten: 
Schweres begreift der Verstand, es enthüllt dem Sinn sich das Schöne, 
Doch, was erhaben und groß, faßt nur ein reines Gemüt! — 
H. tg. 
(Allö Pommern. (Die Parochial-Lehrerkonferenzen in Fritzow.) 
Wie hierorts die Parochial-Lehrerkonferenzen abgehalten werden, davon sei hier 
kurz nachstehender Bericht gegeben. Seit einer Reihe von Jahren sind hier 
während des Winters „Wanderkonserenzen" eingerichtet, und zwar nicht auf höhere 
Anordnung, sondern auf eigene Hand. Die Versammlung findet allmonatlich 
einmal in der Wohnung des betreffenden Kollegen statt, wohin die übrigen Lehrer 
mit ihrem Lokalschulinspektor an dem dazu bestimmten Tage ihren Wanderstab 
richten. Hier angekommen, und nach gegenseitiger Begrüßung wird sofort „ins 
Geschirr" gegangen. Einer der Lehrer hält mit den schon im Schulzimmer ver 
sammelten Dorfkindern eine Lehrprobe, welche in der Regel eine Stunde dauert. 
Darauf werden die Schüler entlassen. Unter dem Vorsitz des Herrn Lokalschul 
inspektors findet jetzt eine Besprechung der gehaltenen Lehrprobe statt. Man 
sagt: Ein Ackerwirt lernt nie aus. Der Schulmeister, der auf dem Schulgebiet 
auch einem Ackerwirt gleicht, lernt auch niemals aus. Dies zeigt sich auch bei 
der Diskussion. Jeder Lehrer erkennt, daß er nie so klug oder so alt ist, um 
für sein Arbeitsfeld nicht mehr täglich zulernen zu können. — Mittlerweile ist 
der Kaffee fertig und — wartet. Die Hausfrau wird auch wohl ungeduldig; 
denn keine Hausfrau mag gern kalten Kaffee spendieren. Nachdem „eine Mund 
voll" gegessen und getrunken ist, präsentiert sich auch der Hauswirt (er will uck 
wat dobie daun), und offeriert seine besten Cigarren, die er hat. Da wird denn 
auch tapfer zugegriffen. Bei Rauch und Dampf fließt der Mund über von lauter 
Herzensergüssen. Um was dreht sich die Unterhaltung? Nun, das weiß man 
denn schon, und ebenso auch, daß die Lehrer gar viel und mancherlei auf dem 
Herzen haben. Darauf wird von dem Vorsitzenden der Lehrer genannt, der in 
der nächsten Konferenz „heran" muß, auch Tag, Ort und Thema bestimmt und
	        

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