Full text: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung - 24.1880 (24)

II. Abtheilung. Literarischer Wegweiser. 
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Aehnlich sind denn auch die andern Gruppen behandelt worden. Der (koh 
lensaure) Kalk gibt, bei der Bereitung des Mörtels, Veranlassung, auch Chemi 
sches zu berühren: es wird gezeigt, wie er, mit Salzsäure betupft, aufbraust. 
Es wird die Erklärung gegeben, im Kalkstein sei Kohlensäure enthalten, die werde 
durch die stärkere Salzsäure, die sich mit den Kalk zu verbinden suche, herausge 
trieben; Kohlensäure sei auch im Bier, im Selterser Wasser, u. s. w. 
„Aber", wird mir eingewendet, „du willst ja keinen Unterricht in Chemie." 
Allerdings keinen zusammenhängenden. Aber hier, wo es mir paßte und 
wo sehr leicht den Schülern ein chemischer Vorgang zu zeigen war, hier habe ich 
diese Gelegenheit gerne benutzt. Ich will in unsern Bürgerschulen auch keinen 
Unterricht in Kunstgeschichte, aber beim Geschichtsunterrichte, der ja jetzt zum Glück 
nicht mehr vorherrschend in einer Erzählung von Kriegen und Schlachten besteht, 
habe ich doch auch gesagt, daß man bis zum vierzehnten Jahrhundert die Kirchen 
romanisch gebaut hat, von da an lange Zeit gothisch, und ich habe dabei auf 
die Leonhardskirche und den Dom hingewiesen. Ich glaubte dabei kein Eindringen 
in ein unberührbares Gebiet zu verschulden, keinen Frevel zu verüben; und eben 
sowenig damit, daß ich Schülern, die von Chemie nichts wußten, bei passender 
Stelle einen chemischen Vorgang zeigte und ihnen so eine Ahnung gab von einem 
ihnen unbekannten Gebiete des Wissens. 
Man mag den ganzen Unterricht, wie ich ihn angedeutet habe, einen un 
wissenschaftlichen nennen, eine bloße Propädeutik; gut, ich habe nichts gegen diese 
Bezeichnung einzuwenden. Wir haben in mehr als einem Gegenstände nur eine 
Propädeutik; eine solche hat aber, glaube ich, in der Bürgerschule ihre Berechtigung, 
und sie gibt den Schülern mehr als nur eine flüchtige Unterhaltung oder ein werth 
loses Spiel. Die Schule, an der ich zu wirken hatte, war eine mittlere Bürger 
schule. In einer einfachen Volksschule wäre der Stoff noch mehr zu beschränken; 
immerhin aber könnte den Schülern etwas geboten werden, an dem sie einen 
werthvollen Besitz haben. 
Literarischer 
Leitfaden der astronomischen und 
physischen Geographie. Für 
Mittelschulen bearbeitet von I o h. D u r- 
mayer, Lehrer an der K. Präparan- 
denschule zu Landsberg a/L. Nörd- 
lingen. Druck und Verlag der C. 
H. Beck'schen Buchhandlung. 1877. 
57 S. 
Die nächste Veranlassung zur Ab 
fassung dieses die Grundlinien der astro 
nomischen und physischen Geographie ent 
haltenden Büchleins hat das Normativ 
Wegweiser. 
für die bayerischen Präparandenschulen 
gegeben, das für den ersten Jahrescursus 
derselben die ausführliche Behandlung 
der astronomischen und physischen Geo 
graphie vorschreibt. Das Buch behandelt 
in 22 kurzen Abschnitten: die Gestalt 
der Erde, den Sternenhimmel, die Welt- 
und die Sonnensysteme, den Mond, die 
physikalische Beschaffenheit der Erdober 
fläche (Meere, Inseln, Gebirge, Thäler 
u. s. w.), die geographische Verbreitung 
der Pflanzen und Thiere und zuletzt den
	        

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