Full text: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung - 24.1880 (24)

Beilage zum evangelischen Schulblatt. 
Anfang Februar 1880. 
Anhang 
zu dem Aufsatze über den physikalischen Unterricht in der Volks 
schule in Nr. 1. 
(Von Rektor Horn in Orsoy.) 
1. Ein Lesestück für die Oberklasse. 
Der ZchiebKarren. 
Unter unsern Gerathen ist der Schiebkarren eins der nützlichsten und bekanntesten. 
Man findet ihn auf dem Lande fast in jedem Hause, und auch in der Stadt 
wird er von manchen Geschäftsleuten gebraucht. Lasten, die kein Mensch zu tra 
gen vermöchte, lassen sich auf ihm bequem fortschaffen und dazu an Orte, wohin 
man mit Karre und Wagen nicht gelangen kann. Man fährt mit ihm durch enge 
Gassen, über die schmalen Wege zwischen den Beeten im Garten, über den Steg, 
der von einer Seite des Grabens zur andern führt. 
Ein geschickter Karrenschieber ladet oft 1000 und mehr Pfd. 
Wie ist das möglich? 
Der Schiebkarren ist ein einarmiger Hebel, der im Rade unterstützt ist. 
Den Angriffspunkt der Kraft findet man leicht; er liegt in den Händen des 
Schiebers. Ebenso ist es nicht schwer, den Angriffspunkt der Last zu finden. 
Hat der Kärrner eine zusammenhängende Last geladen, so liegt der Angriffspunkt 
derselben senkrecht unter dem Schwerpunkt. Befindet sich Erde oder Sand auf 
dem Karren, so sind viele Angriffspunkte der Last da und zwar findet ihr sie 
senkrecht unter einem jeden Theilchen der Ladung. Dies ist aber, wie ihr gleich 
sehen werdet, dasselbe, als wenn statt der nicht zusammenhängenden Last eine zu 
sammenhängende geladen wäre. 
Die Schiebkarren haben zweierlei Bau. 
Bei einigen ist die Rückwand weit über das Rad gebogen; bei andern tritt 
das Rad mehr vor. Die Schiebkarren mit übergebogener Rückwand sind beson 
ders geeignet, solche Lasten auf ihnen zu verladen, die einen großen Raum ein 
nehmen. Wir finden sie deshalb bei den Besen- und Korbhändlern, in den Fär 
bereien u. s. w. Auch bieten sie den Vortheil, daß man die Last fast ganz über 
das Rad bringen kann. 
Ruht die Last auf dem Rade, so braucht der Kärrner sie nicht zu tragen; 
das Rad trägt sie. Wären die Angriffspunkte der Kraft durch eine Stange 
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