Full text: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung - 26.1882 (26)

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Johann George Hamann, 
ein Lehrer und Prophet unseres Volkes. 
(Von einem Seminarlehrer.) 
Johann George Hamann! Nie kann ich diesen Namen ohne freudige 
Bewegungen des Dankes und der Bewunderung hören und aussprechen. Denn 
unter den bedeutenden Schriftstellern unserer Nation ist keiner anregender, fesselnder 
für mich gewesen und hat keiner entscheidungsvoller auf den ganzen Gang meiner 
Entwickelung eingewirkt als Hamann. 
Schon in frühester Jugend bin ich wiederholt und eindringlichst auf ihn 
hingewiesen worden. Der alte Pastor, der mich getauft und konfirmiert hat, 
war als Königsberger Kind in Kreisen ausgewachsen, denen Hamann und seine 
Freunde nahe gestanden, und hatte schon als Jüngling die Schriften dieses seines 
großen Landsmanns kennen und schätzen gelernt. Vielfach und gern machte er 
deshalb von den geistvollen Aussprüchen desselben mündlich und schriftlich An 
wendung, und so hatte er auch in meinem Konfirmationsscheine zu der Mahnung 
„Lasset uns wirken, so lange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand 
wirken kann" — die Worte seines Lieblingsschriftstellers hinzugefügt: „Nur der 
Christ ist Herr seiner Tage; denn er ist der Erbe her Zukunft." — „Zwei 
schöne Sprüche!" bemerkte er, als er mir den Schein einhändigte, „sie mögen 
dir allezeit, namentlich im spätern Berufsleben, Mahnung und Trost sein! Der 
eine ist, wie du weißt, aus Gottes Wort, und der andere von einem der treff 
lichsten Liebhaber desselben; er heißt I. G. Hamann. Ich wünschte, daß du 
einmal sein Freund werden möchtest — im Geiste, du verstehst mich! — wie 
ich ein solcher bin; einen edleren kannst du unter den Großen in unserm Volke 
nicht finden." 
Das durch jenen wackern Alten in mir angeregte Verlangen, mehr von 
Hamann zu erfahren, sollte bald neue Nahrung erhalten. In einem Lehrer des 
Seminars, in dem ich für das Schulamt vorbereitet wurde, lernte ich nämlich 
wieder einen begeisterten Verehrer des Genannten kennen und achten. Wenn sich 
ihm eine Gelegenheit darbot, von diesem Manne zu reden, oder einen seiner 
tiefsinnigen Sprüche zu citieren, so that er es stets mit sichtlicher Lust, mit 
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