Full text: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung - 28.1884 (28)

Reminiscenzen ans der XIV. allgemeinen deutschen Lehrerversammlung. 83 
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den beiden letzten Jahrzehnten bewiesen. Da möchte es denn nun vielleicht 
angezeigt sein, eine Parallele zu ziehen zwischen dieser und jener Aschermittwochs 
rede, oder zwischen diesen und den Worten eines Dr. Boodstein, einer „Ev.-luth. 
Kirchenzeitung" und welche „natürliche Autoritäten" sonst noch in diesem Sinne 
geredet haben, und wo das thatsächliche Verhalten ebenfalls darthut, daß ihre 
Worte keine Höflichkeits-, aber auch keine Unhöflichkeitsphrasen waren. Doch 
wir wollen darauf verzichten. Nur fragen möchten wir, ob jene Männer, die 
sonst mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln das Vertrauen zur Regierung 
in Staat und Kirche und die Pietät gegen Vorgesetzte unter den Lehrern und 
in den Schulen gepflegt wissen wollen, sich schon einmal darüber klar geworden 
sind, daß nichts das Vertrauen mehr erschüttert, als die Verletzung der Gerechtig- 
keits- und Billigkeitsgefühle, und namentlich dann, wenn es in einem Tone 
geschieht, wie ihn Herr Dr. Boodstein und Genossen angeschlagen haben, und 
daß auch Schiller recht hat, wenn er sagt: „Und wo der Glaube (dieses Ver 
trauen) fehlt, da wanket alles;" — daß ferner auch die Volksschullehrer wie 
alle andere Menschen ganz unbewußt nach dem Gesetze der Analogie Schlüsse auf 
andere Dinge ziehen, und daß nur dann die Lehrer das rechte Vertrauen zu dem 
Wohlwollen der Regierung und ihrer Parteien in betreff der socialen Frage 
in die jugendlichen Herzen flößen können, wenn sie es selbst in Wirklichkeit 
besitzen; denn gegen sich selbst kann kein Mensch, und wo das dennoch so scheint, 
da ist es nur Mondenlicht, das — um mit dem sel. Schüren zu reden — 
eben nur scheint, aber nicht wärmt. Es fällt einem schwer, diesen Punkt zu 
berühren. Aber es muß geschehen, denn das widerliche Gebühren mancher 
Kirchen- und Staatsbeamten „im Namen und im Interesse der Kirche und des 
Christentums" und „im Namen und im Interesse von Kaiser und Reich, von 
König und Vaterland" ist in der That ein vertraue «erschüttern des zu 
diesen göttlichen Institutionen. 
„Zutrauen erweckt Zutrauen und Liebe erzeugt Gegenliebe," „wer (aber) 
Wind säet, wird Sturm ernten." (Fortsetzung folgt.) 
Lehrmittel-Verzeichnis für die Volksschulen -cs bremischen Lan-gebiets. 
(Die mit einem * bezeichneten Gegenstände gelten als „wünschenswert", die übrigen als 
„notwendig".) 
In jeder Klasse soll außer dem zur Baueinrichtung gehörigen 1 Thermometer vor 
handen sein 1 Meterstab mit em-Einteilung, 1 Exemplar eines jeden für die betreffende 
Klasse geltenden Schulbuchs. 
In den oberen Klaffen: 1 Tafel mit den (abgekürzten) offiziellen Münz-, Maß- und 
Gewichtsbezeichnungen. 
Für jede Schule: 1 Exemplar des „Buchs der Sammlungen". 
Geographie. 1 Globus (Durchmesser etwa 30 cm). Schulwandkarten: 1 Plani 
globus, 1 bremisches Gebiet, 1 nordwestliches Deutschland, 1 Deutschland (physikalisch), 
1 Deutschland (politisch), 1 Europa (physikalisch), 1 Europa (politisch), 1 Palästina, 
*1 Nord-Amerika, *1 Süd-Amerika, *1 Asien, *1 Afrika, *1 Tellurium, *1 Lehmanns 
geographische Charakterbilder. 
Mathematik. 1 Rechenmaschine (100 Kugeln auf 10 Drahtstäben, Hälfte verdeckt) 
oder: 1 Tillichs Rechenkasteu, 1 Liter (Blech-Cylinder), 1 Kubik-Decimeter von Blech mit 
Ausfluß-Öffnung, 1 Zirkel mit Stahlbügel, 1 Transporteur von Holz, 1 Lineal mit Kopf 
und em-Einteilung. 
Holzkörper: 1 Kubik-Decimeter, 1 desgleichen, zerschnitten in 5 Platten von 1 cm 
Dicke, 49 Stäbe von 10, 1 und 1 cm, und in 10 Kubik-em, 3 gerade vierseitige Prismen
	        

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