Full text: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung - 30.1886 (30)

Korrespondenzen. 361 
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Besoldungen n. Zuschüsse für Lehrer, Lehrerinnen u. Schulen, 
insbesondere auch zur Gewährung zeitweiliger Gehalts 
zulagen für ältere Lehrer, sowie zu Unterstützungen . 12 425 000 M. 
Errichtung neuer Schulstelleu 250 000 „ 
Unterstützung unvermögender Gemeinden bei Elementarschul- 
. bauten 650 000 „ 
Pensionen für Lehrer und Lehrerinnen 1 800 000 „ 
Unterstützungen für ausgeschiedene Lehrer und Lehrerinnen . 850 000 „ 
Dispositionsfonds 216 000 „ 
Taubstummen- und Blindenwesen 85 850 
Waisenhäuser und andere Wohlthätigkeits-Anstalten ... 98 129,26 „ 
Summa Kapitel 121 . 23 916 656,10 M. 
Außer diesen dauernden Ausgaben ziehen wir aus dem Verzeichnis der 
einmaligen und außerordentlichen Ausgaben noch die Angabe aus, daß für Neu 
bauten an Seminaren in dem Jahre 523 550 M. bewilligt worden sind, darunter 
für die Rheinprovinz (Siegburg und Saarburg) 135 000 M. Für das Ele- 
mentar-Unterrichtswesen sind überhaupt 2 l /a Mill. M. dauernd mehr bewilligt 
worden. Außerdem sind aufgenommen au Zuschüssen für Elementar-Witweu- und 
Waisenkaffen 250 000 M. 
Korrespondenzen. 
Ä.US Westfalen. In Westfalen besteht neben dem nicht gerade Übel zu 
sammengesetzten Schulvorstande auch eine Schul-Repräsentation. Man könnte 
nun denken, diese Repräsentationen entsprächen den Repräsentationen bei den 
Kirchengemeinden und seien mit analogen Rechten ausgestattet. Von solchen Or 
ganen in der Schulverwaltung, wie sie eine gesunde Pädagogik für eine freie 
Schulsocietät fordern muß, sind wir indessen auch in Westfalen, wie im ganzen 
Staate noch weit entfernt. Da vor einigen Jahren in — einzelnen Gemeinden 
der Provinz die Schulsteuern auf den Kommunaletat übernommen wurden und 
man nun sogar den Versuch machte, die Existenz der Repräsentation gänzlich zu 
leugnen, trotzdem die Königliche Regierung s. Z. ausdrücklich erklärt hatte, „daß 
die Schulsocietät auch ferner fort besteht und nur durch ihre Organes!) die 
Schulbedürfnisse festgesetzt werden können," so legte Einsender dieses Königlicher 
Regierung zu X eingehend seine Ansicht dar und erhielt auf seine erneute Eingabe 
folgenden Bescheid: 
„Auf die Eingabe rc. — betreffend den Fortbestand der Schulrepräsen 
tation — erwidern wir Euer rc., daß wir Ihrer Ansicht über die Befugnisse der 
Schulrepräsentauten nicht beitreten können. 
Schon in unserer Verfügung vom 19. November 1864 sowie in den Re 
skripten des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- nnd Medicinal-Angelegen- 
heiten vom 30. Januar und 14. Juni 1865 (ek. Centralblatt für die Unterrichts- 
verwaltung 1865, Seite 51, 239, 389) ist der Grundsatz ausgesprochen, daß 
die von den Schulgemeinden gewählten Repräsentanten keine mit dauernden Befug 
nissen oder Verrichtungen ausgestattete Behörde bilden, wie dies in städtischen Ge 
meinden bei den Stadtverordneten-Kollegien der Fall ist, sondern nur in ein 
zelnen vorkommenden außerordentlichen Angelegenheiten, welche ihnen
	        

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