Full text: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung - 32.1888 (32)

Allerlei. 
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c) dem Lehrer durch die Mitgliedschaft zum Schulvorstande eine erhöhte Achtung 
gegeben wird. HI. Die Schule bedarf zu ihrer gedeihlichen Förderung wie jedes 
andere Institut der fachmännischen Beaufsichtigung und Leitung. Die bisherige 
Lokalschulinspektion muß darum in eine kollegiale umgewandelt werden, in der die 
einzelnen Schulinteresfenten Staat, Kirche, Gemeinde und Lehrerstand in richtigem 
Verhältnis vertreten sind und von der nur eine allgemeine Aufsicht über die amt 
liche Schularbeit des Lehrers ausgeübt wird. Die Aufsicht und Leitung ist viel 
mehr Hauptlehrern, Rektoren, bezw. der Kreisinstanz zu überweisen. IV. Das 
Kreisschulinspektorat soll nicht im Nebenamte verwaltet und nur solchen Männern 
übertragen werden, die eine allgemeine pädagogische Bildung besitzen und sich im 
Volksschuldienste bewährt haben. V. Zur segensreichen Entfaltung aller seiner 
Kräfte ist es für den Volksschullehrerstand dringend wünschenswert, daß jedes 
äußere Hemmnis seiner Berufsthätigkeit, also auch jegliche Ausnahmestellung bezw. 
seiner Rechte und Pflichten in Staat und Gemeinde beseitigt wird. 
TUlö dem Mgkordneteilljlttlse. Bei der Beratung des Gesetzentwurfs 
betreffend die Erleichterung der Beitraglasten der Volksschulen, faßte am 23. April 
d. I. das Abgeordnetenhaus folgende Resolution: Die Königl. Staatsregierung 
aufzufordern, auf die angemesfene gesetzliche Ordnung des Lehrerbesoldungswesens und 
namentlich der Alterszulagen mit der Maßgabe Bedacht zu nehmen, daß die bei 
den Volksschullehrern zu bewilligenden Alterszulagen in drei Stufen nach 10-, 20- 
und 30jähriger Dienstzeit von 100 bezw. 200 und 300 M. gewährt werden. 
Ebenso wurde am 2. Mai, und zwar einstimmig, nachfolgender Antrag an 
genommen: ,,Die Staatsregierung zu ersuchen, auf den technischen Hochschulen, 
technischen Unterrichtsanstalten aller Art, wie auf den Lehrerseminarien Anleitung 
über die erste Hilfsleistung bei Unglücksfällen anzuordnen." Der Kultusminister 
von Goßler bemerkte hierbei: Es bestehen seit 1872 Vorschriften, nach welchen in 
den obersten Klassen der Seminarien Vorträge über die erste Hilfsleistung bei 
Uuglücksfälleu gehalten werden sollen. Dieser Unterricht wird von dem Turnlehrer 
erteilt, der die Turnlehrerbildungsanstalt besucht haben muß, wo ein ganzes Se 
mester laug ein Arzt über alle Fragen, welche den menschlichen Körper und die 
Gesundheit betreffen, unterrichtet. Auch im Volksschulgesetz besteht die gleiche 
Vorschrift; es sind große Wandtafeln ausgearbeitet, welche die Hauptregeln der 
Hilfsleistung darstellen. 
Erlaß der Witwen- und waisengelderbeiträge für Ltementarlehrer. 
Bekanntlich sind die Witwen- und Waisengeldbeiträge von seiten der Staatsbeamten 
mit dem 1. April in Wegfall gekommen. Ein Antrag des Abgeordneten Berling 
will die Elementarlehrer mit dem 1. Juli d. I. derselben Wohlthat teilhaftig 
machen. Die Staatsregierung wünschte in der Kommissionssitzung, man möge ihr 
bei dem Mangel des erforderlichen Materials bis zur nächsten Session Zeit zur 
Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes geben. Der Antrag wurde indessen in der 
Sitzung des Abgeordnetenhauses am 3. Mai in erster Lesung angenommen. Man 
schlägt den erforderlichen Staatszuschuß von einer Seite auf die „Kleinigkeit" von 
1 200 000 M. an. 
Lehrer als Lokalfchulinfpektoren. Hier und da ist es im Regierungs 
bezirk Düsseldorf vorgekommen, daß Lehrer zu Lokalfchulinspektoren ihrer eigenen 
oder einer benachbarten Schule ernannt worden sind. Das Amtsblatt der Kgl. 
Regierung bringt in Stück 18 die Ernennung von neun Hauptlehrern und dem
	        

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