Full text: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung - 32.1888 (32)

388 II- Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens, Biographien rc. 
da der Empfänglichkeit hierfür durch die Zwitter- oder nicht direkt ausgesprochene 
Stellung des Landmessers bedeutend Vorschub geleistet ist." 
Den Lesern, welche Lehrer sind, wird es leicht sein, die nötige Vertauschung 
der Namen zu vollziehen. 
Socialwiffenschast in der Schult oder nicht? An die Unterrichtsver 
waltung sind mehrfach Bitten gerichtet worden, in der Volks- oder doch in der 
Fortbildungsschule Unterricht über Verfassungsrechl und Socialistik erteilen zu lassen. 
Interessant sind in dieser Beziehung die Äußerungen des Herrn Provinzial-Schul- 
rates Kannegießer zu Kassel auf S. 12 der diesjährigen Kehrschen „Pädagogischen 
Blätter" in dem sehr lesenswerten Aufsatz „zur Beurteilung der derzeitigen 
Seminarleistungen." 
Nachdem vom Geschichtsunterricht gehandelt worden ist, berührt der Verfasser 
den Punkt, ob man von den „Rechten" yder „Pflichten" sprechen solle, die mit 
unserm Verfassungsstaat zusammenhängen, und meint, das sei wohl angänglich. 
Dann fährt er fort: 
„In demselben Sinne kann nun allerdings die Jugend auch über die so 
cialen Dinge einige Grundwahrheiten zu hören bekommen. Und wenn es nur 
wäre, daß die zukünftigen „Arbeiter" einen Begriff davon bekommen, was eigent 
lich Arbeit ist. Dörpfeld hat in seinem „Repetitorium"*) einen Abschnitt über 
den socialen Organismus der Arbeit, der m. E. vorzüglich gelungen ist. Er 
bietet das Elementarste, aber freilich auch wirklich dringend Notwendige." 
Die Lehrer in Hessen-Nassau sowie ihre Vorgesetzten werden sich nun wohl 
um diese Dinge bekümmern müssen. Vielleicht kommt auch später an andere Leute 
die Reihe einzusehen, daß Geschichte und Geographie einer Ergänzung bedürfen. 
Kulturstufen, Konzentration und konzentrische Kreise. 
Nachtrag. Nach Einsendung des Berichtes, über die Nürnberger Versammlung 
sind mir noch ein paar beachtenswerte Arbeiten zu Gesicht gekommen, auf die hin 
zuweisen ich nicht Unterlasten möchte. 
1. Meine Andeutungen über die Idee der kulturhistorischen Stufen werden 
teils erhärtet, teils vortrefflich ergänzt in der Abhandlung von Dr. R. Staude: 
Kritische Bemerkungen zu den Hauptpunkten der v. Sallwürk- 
schen Schrift „Gesinnungsunterricht und Kulturgeschichte." Päda 
gog. Studien von Prof. Dr. W. Rein. 1888. 3. Heft. 
Ebendaselbst befinden sich auch beachtenswerte „Bemerkungen zu dem Aufsatze 
,GesinnuIlgsunterricht und Kulturgeschichte^ im 2. Heft d. Z. 1888" 
von Prof. Dr. Karman in Budapest. 
Die Entgegnungen, welche die v. Sallwürksche Schrift hervorgerufen hat, 
werden überhaupt wesentlich zur Klärung und vor allen Dingen auch zur Be 
seitigung von Mißverständnissen auf der einen, wie von Übertreibungen auf der 
andern Seite beitragen. 
2. Über das Verhältnis von Konzentration und konzentrischen Kreisen habe ich 
sehr charakteristische Auslassungen gefunden in einer älteren Monographie über 
*) Repetitorium des naturkundlichen und humanistischen Realunterrichts. Güters 
loh, bei Bertelsmann.
	        

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