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III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser.
Antw.: Emen willigen und freudigen Ge
horsam. Frage: Welche Tugend müssen wir
auch üben, wenn wir seines Heils teilhaf
tig werden wollen? Antw.: Wir müssen
einen willigen und freudigen Gehorsam
üben. (Ist mindestens mißverständlich,
da nach der Heilsordnung der willige
und freudige Gehorsam nicht die Bedin
gung ist, unter welcher wir des Heils
teilhaftig werden). — „Obwohl die
Jünger des Herrn Befehl nicht begreifen
(Präsens), weshalb er dieses alles an
ordnete (Imperfektum), dennoch gehorchen
sie" (Präsens). — „Um sanftmütig zu
kommen, kommt der Herr in Niedrigkeit,
um nicht zu schrecken, kommt er in
menschlicher Gestalt; um sich als sanft
mütig zu offenbaren, entäußert er sich
selbst und nimmt Knechtsgestalt an (Phil.
2, 5—11)." — „Ehre und Hochachtung
sei dem Herrn auch von uns gebracht"
(das Wort Hochachtung gegen den Herrn
Jesum ist ganz unpassend). — So
könnten wir eine ganze Reihe von Aus
stellungen anführen, die mir zu machen
haben; doch sind vielleicht andere nicht
so streng, wie wir in unsern Ansprüchen
an ein solches Buch. Immerhin soll
gern anerkannt werden, daß es mit
vielem Fleiß gearbeitet ist.
C. A. Wolfs, Der Lehrersreund.
Ein praktisches Hilfsbuch für Lehrer
bei der Vorbereitung auf die zweite
Prüfung und auf den Unterricht.
Nach den besten Quellen zusammen
gestellt und bearbeitet. Bd. 1. Päda
gogik und Religion. Mit zahlreichen
Abbildungen, einem Tondruck und
zwei Karten. Langensalza, Schulbuch
handlung 1887. (592 Seiten.)
Das ist ein wunderliches Buch, sehr
wohl gemeint für die evangelische Kirche
und den Kaiser (auf den der Verf. so
gar ein Gedicht verfertigt hat, das er
mitteilt. „Der rechte Gründer und För
derer der Lehrerbildung ist unser ruhm
gekrönter Kaiser und König Wilhelm.
Ihm ist die Lehrerbildung auf der heu
tigen Höhe zu verdanken. Ganz beson
ders aber ist der Verf. des Lehrer
freundes Allerhöchst demselben zum schönsten
Danke verpflichtet und glaubt demselben
in folgenden Worten Ausdruck und der
Geschichte der Pädagogik einen würdigen
Schluß zu geben", folgt das Gedicht, in
welchem z. B. Str. 5 lautet:
„Ihr aus Europas fernsten Landen
Und ihr aus Asien und aus Afrika,
Ihr Männer, frei von Sklavenbanden,
Am Huron und ihr von Australia,
Ihr Deutschen alle, stimmet mit mir ein
Ins Lob, das wir dem Heldenkaiser weihn").
Aber der gute Wille allein thuts freilich
nicht. Zur Kennzeichnung des Buches
teilen wir aus verschiedenen Abschnitten
des Buches einzelne Sätze mit, denen
sich aber ähnliche in großer Anzahl zur
Seite stellen ließen.
„Bei den Chinesen hat der „Sohn
des Himmels", der Kaiser, von seinem
Himmelsvater den Auftrag erhalten,
sein großes, ihm gegenüber unmündiges
Volk, welches seine Familie ausmacht,
zu regieren, ihm Vater, Lehrer und
Vorbild zu sein. Er kann aber überall
nicht selbst sein, deshalb findet man in
China ein wohlgeregeltes Beamtentum
(Mandarinen), welches das Volk unter
weist, den Willen seines Vaters zu ver
stehen und zu thun. Daher hat China
sehr viele Schulen und Bildungsanstalten,
in welchen nicht auf Entwicklung selb
ständiger Geistesthätigkeit, sondern auf
Auswendiglernen dessen, was die Vor
fahren wußten, auf Einprägen gelehrter
Kenntnisse und auf Anleitung zur Sitt
lichkeit u. s. w. gehalten wurde." —
„Unter diesem Volke (den Persern) fin
den wir mitten im erschlaffenden Orient
schon Nationalgefühl. Die Perser er
zogen ihre Kinder vom 5. bis zum 20.
Jahre nur in drei Dingen, im Reiten,
Schießen und in der Wahrheit." Von
den Griechen: „Obgleich das Land vielfach
geteilt war, die einzelnen Völkerschaften
wetteiferten früh mit einander in der
Erstrebung einer hohen Kulturentwick

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