Full text: Evangelisches Schulblatt und deutsche Schulzeitung - 37.1893 (37)

Dezember 1893. 
An die Herren Mitarbeiter und Leser. 
Der teure Gründer und langjährige Leiter des Ev. Schulblattes ist zur 
Ruhe eingegangen. 
Daß seine Arbeit nicht vergeblich gewesen, daß sie dem Heimgegangenen 
dankbare Anerkennung, ja, was mehr ist, einen treuen Freundeskreis geschaffen 
hat, das haben die aus alleli Teilen unsers Vaterlandes nach seinem Hingang 
zahlreich eingegangenen Beileidsbezeugungen in unzweideutiger Weise bewiesen. Ans 
diesem Freundeskreise beruht unsere Hoffnung, daß Dörpfelds Arbeit nicht nur 
wird in Ehren gehalten werden, sondern daß es anch nicht an Männern fehlen 
wird, die an ihrer Weiterführung und namentlich auch praktischen Ausgestaltung 
treulich werden mitarbeiten. 
Den Unterzeichneten ist es eine Freude gewesen, daß sie den Heimgegangenen 
Freund während der Jahre seiner Krankheit in der Redaktion des Ev. Schul 
blattes haben vertreten können. Auf des Heimgegangenen Wunsch übernehmen 
wir auch für die Folge die Redaktion und bitten die verehrten Mitarbeiter wie 
Leser, dem Blatte wie bisher treu zu bleiben und für seine Weiterverbreitung mit 
eintreten zu wollen. 
Was uns zur Weiterführnng der Redaktion bewegt, ist die Überzeugung, 
daß das Ev. Schulblatt eine Mission zu erfüllen hat. Sein Herausgeber war 
eine originale Persönlichkeit, ausgerüstet mit seltenem Wissen und gleicher Gewissen 
haftigkeit und religiöser Tiefe, herangewachsen unter Schulverhältnissen, die wohl 
zu den günstigsten unsers deutschen Vaterlandes gezählt werden dürfen, ein Mann, 
der nur Volksschullehrer sein wollte, und darum sein ganzes Können und Sein 
einsetzte, der Volksschule zu dienen, und an seinem Teile zu helfen, daß gesunde 
Verhältnisse nach innen und außen es ermöglichen, die Volksschule zu einem rechten 
Segen für unser Volk werden zu lassen. War ihm so die Erhaltung resp. Ge 
winnung einer richtigen Schulverfassung, die Pflege einer guten Gesinnung unter 
den Lehrern und damit die immer völligere Herausbildung eines gesunden 
Lehrerstandes ein besonderes Anliegen, so nicht minder die Pflege des wissen 
schaftlichen Sinnes unter den Kollegen. So hat das Ev. Schulblatt seine 
bestimmte Physiognomie erhalten, und darin liegt seine eigenartige Bedeutung. 
Wie es das erste war, das der Herbartischen Pädagogik auch in die Volksschule 
die Wege bahnte, das die Frage nach der rechten Schulverfassung ernstlich in 
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