Full text: Evangelisches Schulblatt - 39.1895 (39)

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I. Abteilung. Abhandlungen. 
klammern kann. An den Zehen befinden sich starke und spitze Krallen, mit denen 
er seine Beute gut ergreifen und zerreißen kann. Auf dem Boden kann er sich 
wegen der gekrümmten Zehen und Krallen nicht gut bewegen. Das ist auch 
nicht nötig, weil er seine Nahrung nicht auf dem Boden zu suchen braucht. 
Zum Sehen, Erreichen und Packen seiner Beute ist der Sperber also gut 
ausgerüstet. 
Was muß er nun auch noch können? Seine Beute töten und fressen. 
Was benutzt er dazu? Schnabel. 
Was für einen Schnabel muß er also haben? Starken und spitzen. 
Warum muß der Schnabel stark und vorn spitz sein? Damit er seine Beute 
zerreißen und fressen kann. 
Damit er das noch besser kann, sind die Ränder der beiden Kiefer sehr 
scharf und außerdem hat er an jeder Seite des Oberkiefers einen kleinen Zahn 
(Schnabel anzeichnen). 
Wiederhole das! 
Kann der Sperber seine Beute im Fluge verzehren wie die Schwalbe? 
Warum nicht? Die Vögel, die er fängt, sind dafür zu groß, vielleicht auch 
noch nicht ganz tot. 
Was muß er also thun, wenn er seine Beute verzehren will? Er muß 
damit auf einen Baum fliegen. 
Da tötet er den Vogel vollends, indem er ihm mit dem starken Schnabel 
den Kopf zerhackt. Dann rupft er ihm die größten Federn aus, reißt den Körper 
in Stücke und verschlingt sie mit Haut und Haar und Knochen. 
Was für einen Magen muß er also haben? Einen guten. 
Aber auch er kann die Knochen und Federn nicht verdauen. Die unver 
daulichen Stoffe ballen sich im Kropfe zusammen. Von Zeit zu Zeit würgt er 
diese Ballen wieder herauf und spuckt sie aus. Man nennt diese Klumpen Gewölle. 
Schnabel, Gelvölle. Er hat einen starken, spitzen Schnabel mit scharfen 
Kieferrändern, damit er seine Beute gut zerreißen kann. An jeder Seite des 
Oberkiefers befindet sich ein kleiner Zahn. Er verzehrt seine Beute nicht im Fluge, 
sondern setzt sich damit auf einen Ast. Hier zerhackt er ihr den Kopf, rupft ihr 
die größten Federn aus, reißt sie in Stücke und verschluckt sie mit Haut und 
Haar und Knochen. Diese unverdaulichen Stoffe ballen sich im Kropfe zusammen. 
Sie werden von Zeit zu Zeit heraufgewürgt und ausgespieen. Man nennt sie 
Gewölle. 
Ob denn der Stoßvogel bloß Stare frißt? Er frißt auch Sperlinge, 
Schwarzdrosseln und andre Singvögel. 
Zuweilen frißt er auch Tauben, Hühner, Rebhühner, Enten und junge 
Hasen, und wenn er keine Vögel haben kann, frißt er auch Käfer und andere 
Insekten, auch Mäuse und Ratten.
	        

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