Full text: Evangelisches Schulblatt - 39.1895 (39)

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I. Abteilung. Abhandlungen. 
Schaden. Weil die Sperber sehr schädlich sind, so werden sie von den 
Förstern und Jägern erschossen und ihre Nester ausgenommen. 
Nachdem die Schüler so den Körperbau des Sperbers aus seiner Lebens 
weise erschlossen, wurde der Sperber gezeigt und nach folgender Disposition noch 
einmal beschrieben und zwar so, daß bei jedem Körperteil Einrichtungen und 
Zweck desselben angegeben wurden. 
1. Größe. Taube oder Kuckuck. 
2. Farbe. Oberseite dunkelgrau, unten weiß und braun gebändert. 
Hinweis darauf, daß der Kuckuck fast gerade so gefärbt ist und 
daß man wohl sagen hört, der Kuckuck verwandle sich im Winter 
in einen Sperber. 
Warum ist das nicht möglich? 
3. Aufenthalt. 
4. Kopf und seine Glieder. 
5. Rumpf und seine Glieder. 
6. Nahrung. 
7. Junge, Nest. 
8. Nutzen oder Schaden. 
Hierauf wurde den Schülern gesagt, daß es noch einen größeren Stoßvogel 
gebe, der mit dem Sperber in Körperbau und Lebensweise vollständig überein 
stimme, nur größer und etwas anders gefärbt sei. Dieser große Stoßvogel 
heiße: Hühnerhabicht. Erklärung des Namens. Vorzeigen desselben und Angabe 
der Größe und Farbe. 
Danach wurde, weil ein Real-Lesebuch nicht vorhanden, folgendes Stück 
vom Lehrer vorgelesen und nach den weiter unten stehenden Fragen wiederholt. 
Habicht und Sperber. 
Der Habicht wird fast doppelt so groß als der Sperber, der ungefähr die 
Größe einer Taube oder eines Kuckucks erreicht. In der Färbung unterscheiden 
sie sich nur wenig. Beide sind nämlich auf der Oberseite graubraun gefärbt und 
ihr Schwanz ist unten hell und dunkel gebändert. Brust und Bauch sind beim 
Habicht grau und braun gefleckt, während sie beim Sperber weiß und braun ge 
bändert sind. 
Im Körperbau und in der Lebensweise stimmen sie aber vollständig überein. 
Beide sind die schlimmsten Feinde unsrer Singvögel und Tauben. Der Habicht 
stellt auch Hühnern, Enten, Rebhühnern und Hasen eifrig nach. während der 
Sperber nur zuweilen diese größeren Tiere angreift. 
Beide sind vortrefflich zum Fangen ihrer Beute eingerichtet. Schon aus 
weiter Entfernung bemerken sie mit ihrem äußerst scharfen Gesicht die umher 
fliegende Taubenschar oder den kleinen Vogel, der seinem Neste zufliegt oder auf
	        

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