Full text: Evangelisches Schulblatt - 39.1895 (39)

Aus dem Nachlasse 4 F. W. Dörpfelds rc. 147 
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Wir müssen das Gute von jedem der vier anderen Strebeziele untere 
sch eid en. 
(Bloß klar.) Wenn wir vorab auch das eigentliche Kennzeichen des 
Guten noch nicht „deutlich" zeigen können, so ist doch schon viel 
aufgeklärt, wenn wir es so weit kennen, daß wir es mit einem der 
vier andern Strebeziele nicht verwechseln. 
Mit welchem der vier Ziele sollen wir die Auseinandersetzung 
(Unterscheidung) anfangen? sWir sind Forscher; da 
hängt also viel davon ab, daß man sich das Suchen erleich 
tert und nicht etwa sich selber im Lichte ftetjt,] 
Etwa mit dem Angenehmen? Nein, sondern: 
mit dem Wahren. 
Warum? —- Weil die 4 übrigen in eine ganz andere logische 
Begriffsreihe (Kategorie) gehören, als das Wahre, so daß 
dieses isoliert steht, während jene 4 zusammen in einer 
Reihe stehen - etwas logisch Gemeinsames haben. 
Welches sind denn diese beiden Kategorien (Reihen)? und 
welches ist das principium divisionis (das teilende Prinzip), 
(oder der log. Gesichtspunkt, wonach sie sich scheiden)? 
Antw: ob der betreffende Begriff das Prädikat eines Schätzungs 
urteils (Werturteils) ist, oder nicht. 
Jene vier Begriffe: Ja; das Wahre: Nein. 
1. Wahr. 
a) Welches ist das Subjekt (Gegenstand) des Satzes, dessen Prä 
dikat „wahr" heißt? 
Etwa ein äußeres Ding (Wesen, Sache)? — Nein. 
Etwa — eine Behauptung, Urteil, Aussage, Lehrsatz? 
Von allen gebraucht; worin besteht aber das Gemein 
same? (auf welchem Gebiete? 
Hat es Beziehung zum Gefühl oder Begehren, — oder zur 
Erkenntnis? 
Welches sind die psychologischen Wesenheiten auf dem 
Erkenntnisgebiet. 
Antw.: Vorstellungen. 
Und dann: was soll mit „wahr" ausgesprochen sein, — oder 
wohin richtet sich der Blick, wenn dies Urteil 
gefällt wird? 
„wahr" - ein Beziehungsmerkmal — zwischen d. Vorst, u. 
d. Objekt,
	        

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