Full text: Evangelisches Schulblatt - 39.1895 (39)

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I. Abteilung. Abhandlungen. 
Interessenten an der Schulverwaltung wünsche; daß ich aber im Gegensatze zu ihm 
1. die Schule als Staatssache betrachte und 2. seine Begründung der Schul 
gemeinde durch ein angebliches Erziehungsrecht der Familie bestreite. 
11. Mein Herr Gegner tadelt, daß ich der aus Kap. 1 des „Fundament 
stückes" hervorgehenden unvollständigen Darstellung der Ideen Dörpfelds sofort 
einige Worte der Beurteilung folgen lasse. Und was thut er? Er führt diese 
Darstellung zunächst dem Leser vor, weist ihre Unvollständigkeit mit leichter Mühe 
nach, und kommt damit bequem zum Schluffe: R. habe in seiner Kritik eine teils 
unvollständige, teils ungenaue, teils unwahre Darstellung von den Ansichten Dörp 
felds gegeben, er müsse also das von ihm beurteilte Buch entweder gar nicht oder 
doch nur sehr ungenau gelesen haben. Erst zwei Seiten später teilt er dann 
dem Leser mit, daß aus dem Fortgange meiner Kritik doch wohl hervorgehe, daß 
ich die richtige Organisation der Schulgemeinde wenigstens im allgemeinen kenne; 
ich hätte das vorhin verschwiegen, um imstande zu sein, das Buch in Bausch 
und Bogen zu verurteilen. Ja, wenn das auch richtig wäre, so möchte ich jetzt 
wohl in der Lage sein, meinem Herrn Gegner den mir gemachten Vorwurf zurück 
zugeben. Auch er bemüht sich, den Leser mehrere Seiten lang in der Meinung 
zu lassen, daß ich wirklich die jetzt bestehende Schulgemeinde als volle Realisierung 
der Ideen Dörpfelds ansähe, natürlich zu dem Zwecke, jenes oben angeführte 
Urteil über mich aussprecheu zu können; denn daß dies nach den späteren An 
führungen nicht mehr möglich war, versteht sich ganz von selbst. Herr D. kann 
hieraus ersehen, daß es leichter ist, an andern eine Untugend zu rügen als sie 
selbst zu vermeiden. 
Übrigens will ich gern zugeben, daß die Worte, die ich mir erlaubte an die 
Darstellung der jetzt bestehenden Schulgemeindeverfassung anzuknüpfen, leicht miß 
verstanden werden konnten. Die Berechtigung, sie auszusprecheu, lag für mich 
teils in dem Umstande, daß die Schrift Dörpfelds laut ihrem Titel zunächst als 
Schutzschrift für die bestehenden Verhältnisse aufgefaßt werden will, wenn sie auch 
in ihren späteren Kapiteln bedeutend weiter geht; teils entnahm ich sie dem fol 
genden Abschnitte des „Fuudamentstückes", in dem die Vorzüge des rheinländischen 
Schulwesens auf das Vorhandensein der Schulgemeinde, also doch der thatsächlich 
bestehenden, nicht der idealen, zurückgeführt werden. 
12. Auch betreffs dieser Darlegungen muß ich auf dem eingenommenen 
Standpunkte beharren. Ich finde darin nicht den zwingenden Nachweis davon, 
daß jene Vorzüge notwendig Resultate der den betreffenden Landesteilen eigen 
tümlichen Schulverfassung sein müßten. Wohl läßt sich aus einem Teile des 
Angeführten erkennen, wie vorteilhaft für die Entwicklung des Schulwesens es 
sei, wenn auch der Bevölkerung ein Anteil an seiner Verwaltung eingeräumt 
werde. Das ist doch aber auch ohne Einführung der rheinländischen Schul 
gemeindeverfassung möglich. Auch bei uns im Osten erstreckt sich die Selbst-
	        

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