Full text: Evangelisches Schulblatt - 39.1895 (39)

242 I. Abteilung. Abhandlungen. 
rend Dörpfelds Erkrankung dem Druck übergeben hat, ist in meiner Arbeit nicht 
erwähnt worden. 
Zu 3. Jede Kritik wird beurteilt nach ihrem eigenen Inhalt und nicht 
nach Äußerungen, die ihr Verfasser anderswo niedergelegt hat. Ich habe mich 
deshalb auch nicht veranlaßt gesunden, vor meiner Entgegnung noch andere Ar 
beiten des Herrn R. einzusehen. 
Zu 11. Hier möge sich der Leser zunächst dessen erinnern, was Herr R. 
in zarter Umschreibung „einige Worte der Beurteilung" nennt. Herr R. 
schreibt auf S. 92 der Blätter für die Schulpraxis: „Der erste Eindruck, den 
der Leser dieses Abschnittes erfährt, ist gründliche Enttäuschung. Der kreisende 
Berg der Einleitung hat ein Mäuschen geboren. Wenn bei der mit Posaunen 
stößen angekündigten Reform nichts weiter herauskommt als jene beinahe nur von 
bureaukratischen und kirchlichen Interessen beeinflußte Institution, die sehr zu Un 
recht als Organ der beteiligten Familien bezeichnet wird, dann hat es keinen 
Zweck, darüber dicke Bücher zu schreiben und mit pomphaften Ankündigungen die 
Geister zu verwirren. Gegenüber jenem Schulvorstand, dessen Mitglieder auf 
Vorschlag des staatlichen Kreisschulinspektors, des Pfarrers und des Bürgermeisters 
von der Staatsbehörde ernannt werden, in dem der Bürgermeister und der Orts 
pfarrer ohne weiteres Sitz und Stimme haben, dessen geborener Leiter ein Geist 
licher ist, einem derartig konstruierten Schulverwaltungskörper gegenüber erscheint 
die kommunale Schulverwaltung des Ostens nicht im Nachteil. Wie eine Satire 
klingt es, jenen Schulvorstand als einen Ausfluß der Schulgemeinde zu bezeichnen." 
Dieses vernichtende Urteil fällt Herr R. auf Grund einer unrichtigen Darstellung 
des Schulgemeindegedankens, obwohl er nachher die Organisation der Schulgemeinde 
im allgemeinen richtig wiedergiebt. Herr R. bestreitet diese Thatsache auch nicht, 
er gesteht vielmehr, daß ich die Unvollständigkeit seiner Darstellung mit leichter 
Mühe nachgewiesen habe. Dagegen wirft er mir vor, daß ich erst zwei Seiten 
nachher den Lesern mitteile, daß er im Verlauf seiner Kritik doch wohl die rich 
tige Organisation der Schulgemeinde erkennen lasse. Wenn hier ein Tadel an 
gebracht ist, so kann sich dieser nur gegen Herrn R. richten. Denn seine Kritik 
ist es, die den Leser glauben läßt, daß die jetzt bestehende Schulgemeinde die volle 
Realisierung der Ideen Dörpfelds sei. Erst zwei Abschnitte später, nachdem sich 
also das durch die oben angeführten Worte hervorgerufene Vorurteil von der 
völligen Wertlosigkeit des Fundamentstücks festgesetzt hat, geht er dazu über, die 
Einrichtung der Schulgemeinde genauer anzugeben, ohne jedoch das erste Urteil zu 
korrigieren oder auch nur im geringsten einzuschränken. In meiner Arbeit kam es 
daraus an, dieses Verfahren gebührend hervorzuheben, und ich habe mich dazu 
keines andern Mittels bedient, als daß ich den Ausführungen des Herrn R. 
Schritt vor Schritt mit meinen Bemerkungen gefolgt bin. Wenn demnach die 
Leser zuerst erfahren, daß er zunächst eine unrichtige Darstellung der Dörpfeldschen
	        

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